In vielen Unternehmen gibt es ein neues Bewusstsein für die entscheidende Rolle, die interne Kommunikation sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinne für die Gesundheit eines Unternehmens spielt. Deshalb geht die interne Kommunikation durchaus gestärkt ins neue Jahr. Was die Trends für 2021 sind und wo Sie priorisieren sollten, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst und sind gespannt, was das neue Jahr für uns alle bringt.

Trend #1: Die interne Kommunikation behält den Platz am Tisch der Entscheider*innen

Interne Kommunikator*innen wissen schon lange, dass gute und effektive Kommunikation nicht nur entscheidend dafür ist, Veränderungen am Arbeitsplatz voranzutreiben. Sie bestimmt auch wesentlich den Gesamterfolg des Unternehmens mit. Allerdings waren viele Kolleg*innen oft auch frustriert bei den Versuchen, Entscheider*innen davon zu überzeugen, in die interne Kommunikation zu investieren.

2021 wird das Bild ein anderes sein.

Durch die Corona-Krise haben viele Führungskräfte endlich den wahren Wert guter Kommunikation mit ALLEN erkannt. Sie wird zur Schlüsselfunktion, um Mitarbeiter*innen auf Lockdowns und Wiedereröffnungen vorzubereiten. Wichtige Informationen wie Hygienemaßnahmen oder Richtlinien nach positiven Tests müssen unbedingt an die richtigen Personen gelangen. Das sind nur wenige Beispiele. Neben all den operativen Dingen geht es jedoch vor allem auch darum, den Mitarbeiter*innen durch transparente und aktuelle Kommunikation Halt zu bieten, die Motivation oben zu halten und ihnen Möglichkeiten zu geben, sich auszutauschen und Geschichten zu teilen.

2021 wird ebenso ein Jahr der Veränderungen, auch wenn sich viele Normalität und Beständigkeit zurückwünschen. Jedes Unternehmen geht bereits durch diese Transformationsprozesse und erwartet weitere im nächsten Jahr: die Umstellung auf Arbeit im Homeoffice, die Neuausrichtung ganzer Industrien (Automobilindustrie, Reiseindustrie) oder die Veränderungen der Unternehmenskultur aus der Ferne, weil Mitarbeiter*innen weit weg sind.

Es ist jetzt umso wichtiger, Mitarbeiter*innen umfangreich zu informieren, um Unsicherheiten und Sorgen zu minimieren und alle „mitzunehmen”. Deshalb muss interne Kommunikation eng an den strategischen Prioritäten dieser Veränderungen dran sein, denn sie spielt eine entscheidende Rolle für den Erfolg von Transformationsprozessen. Das geht nur mit einem festen Platz am Tisch der Entscheider*innen.

Studie Krisenkommunikation: Die interne Kommunikation am Tisch der Entscheider
Interne Kommunikator*innen werden während der Krise deutlich mehr hinzugezogen. Wichtig ist jetzt sicherzustellen, dass sie diesen Platz auch über die Krise hinaus behalten. Die Studie interne Krisenkommunikation können Sie hier herunterladen.

Wir haben auch ein Webinar zum Thema Top-Trends in der Kommunikation 2021 gehalten, in dem Sabine Beck hier sogar noch ein Stück weiter geht und Haltung von der IK erwartet:

Die IK muss 2021 nutzen, um sich selbst zu zeigen und zu kommunizieren, was sie bewirkt.

Sabine Beck

Trend #2: Führungskräfte zu besseren Kommunikator*innen machen

Bevor wir diesen Punkt klären, stellen Sie sich bitte folgendes vor: Sie sitzen im Flugzeug und es gibt starke Turbulenzen. Alle sind verunsichert, wissen nicht was sie tun sollen. Von wem wollen Sie hören, dass alles in Ordnung ist? Von der Kabinencrew oder den Pilot*innen, die das Flugzeug steuern? Nicht ohne Grund melden sich in solchen Situationen immer die Pilot*innen bei den Passagieren, denn nur sie wissen wirklich, wie die Situation gerade ist.

In Krisensituationen wollen Menschen ganz genau wissen, was Sache ist. Und zwar von den Personen, die „am Steuer sitzen”. Kommunikation muss dann in einer ruhigen und bedachten Art und Weise stattfinden. Wer würde sich schon beruhigen, wenn die Pilot*in mit panischer Stimme ins Mikrofon schreit, dass es jetzt holprig wird und sich alle anschnallen sollen, aber sicher alles gut wird?

Pilotengleichnis und Führungskräftekommunikation
Auch Pilot*innen müssen gute Kommunikator*innen sein. Zumindest, wenn es in Krisensituationen darauf ankommt. Führungskräfte müssen immer präsent sein und brauchen Unterstützung bei authentischer Kommunikation.

Ein wichtiger Trend für ein erfolgreiches Jahr 2021 ist also die Befähigung von Führungskräften, besser, authentischer und empathischer zu kommunizieren. Es geht hier vor allem darum, als Kommunikator*in beratend voranzugehen, nicht im Nachhinein aufzuräumen. Bei der Vielfalt an Herausforderungen, Problemen und eigenen Sorgen der Führungskräfte wäre es fatal, wenn sie reflexartig in den Strudel der Fehlinformationen gelangen oder einfach nur kopieren, was andere tun. 

Kommunikator*innen wissen genau, was Krisenkommunikation ausmacht, sie sind sozusagen die Kabinencrew und nah dran an den Passagieren (Mitarbeiter*innen). Dieses Wissen müssen sie einsetzen, um die Menschen am Steuer zu empathischen und vertrauensvollen Quellen zu machen. Es gibt keinen Weg drumherum, denn Mitarbeiter*innen wollen eben von den Pilot*innen hören. Wenn diese Vertrauen aufbauen oder behalten wollen, müssen sie präsent sein und den Mitarbeiter*innen mehr Zeit und Aufmerksamkeit widmen.

Wie macht man Führungskräfte zu besseren Kommunikator*innen?

Auch wenn nicht jede Führungkraft zur Kommunikator*in geboren ist, gibt es dennoch einige Dinge, die alle beachten können. Deshalb haben wir ein paar Ideen für gute Führungskommunikation zusammengefasst:

  • Schnelle, transparente Kommunikation: Stellen Sie sicher, dass Führungskräfte für wichtige Botschaften bereit und darauf vorbereitet sind. Am besten erarbeiten Sie gemeinsam mit dem Leadership einen Zeitplan für regelmäßige Nachrichten und ein gutes Template für ad-hoc-Kommunikation.
  • Klare, einfache Botschaften: Sprechen Sie sich mit Führungskräften zum Stil der Kommunikation ab. Vor allem in einer Krise sind klare, aber empathische Worte von großer Bedeutung. 
  • Grad der Transparenz genau abstimmen: Vertrauen ist nie wichtiger als in einer Krise. Welche Informationen wie an die Mitarbeiter*innen kommuniziert werden sollen, muss von allen Stakeholdern unbedingt gut durchdacht sein. Zu viel verunsichert, zu wenig macht misstrauisch. 
  • Optimismus ausstrahlen: Stellen Sie sicher, dass Führungskräfte bei all den Informationen und Analysen vor allem auch eins betonen: Positive Entwicklungen, optimistische Aussichten und ab und an auch ein wenig Emotionen.
  • Auf besondere Geschichten achten: Wertschätzung kann viel erreichen. Sie kann vor allem Hoffnung und Motivation steigern. Finden Sie besondere Geschichten in Ihrem Unternehmen, die auch vom Geschäftsführer in der nächsten Videobotschaft öffentlich Anerkennung erhalten sollten. Oder holen Sie diese Personen auch direkt für ein Interview dazu.

Krisen können großartige Führungspersönlichkeiten mit hervorragenden Kommunikationsfähigkeiten hervorbringen. Das sind Führungskräfte, deren Worte und Taten Trost spenden, die langfristig Vertrauen schaffen und an die man sich noch lange nach der Krise erinnert. Wenn Kommunikator*innen helfen, Führungskräfte zu solchen Persönlichkeiten zu machen, haben sie hoffentlich überall ihren Platz am Tisch der Entscheider*innen sicher.

Digitale Plattformen wir Mitarbeiter-Apps und Intranets ermöglichen Foren wir CEO Blogs und Feedbackkanäle
Digitale Tools wie Mitarbeiter-Apps oder moderne Intranets bieten viele Möglichkeiten für Führungskräfte, mit ihrer verteilten Belegschaft in Kontakt zu treten. Neben beispielsweise Videos oder Town Halls sind auch digitale Briefkästen oder anonyme „Ask me anything”-Formate möglich.

Trend #3: Interne Kommunikation muss systematischer messen

Dass interne Kommunikationsteams unbedingt Maßnahmen zur Erfolgs- und Wirkungsmessung im Einsatz haben sollten, ist nichts neues. Denn wer die positive Wirkung der eigenen Arbeit mit Zahlen belegen kann, hat bessere Chancen, auch in Zukunft weiter am Tisch der Entscheider*innen zu sitzen.

Benchmarking Studie Digitale Mitarbeiterkommunikation Exzellenzfaktor Messung Interne Kommunikation
Die Benchmarking Studie hat es gezeigt: Exzellente Unternehmen evaluieren professioneller und vielschichtiger. Mehr dazu sowie weitere Ergebnisse können Sie hier herunterladen.

Im Jahr 2021 geht es also darum, hier den nächsten Schritt zu machen: Interne Kommunikation muss von vorn bis hinten systematisch messen. Das umfasst viele Bereiche, von offensichtlichen Kennzahlen wie Reichweite und Interaktion, über Nutzerverhalten und Gewohnheiten bis hin zur Stimmung der Mitarbeiter*innen durch Umfragen und umfangreiche Feedbackschleifen.

Ein Tipp, den wir in diesem Zusammenhang mitgeben wollen: Schauen Sie einmal auf die Analysemaßnahmen der Marketingabteilung. Dort wird nicht erst seit kurzem auf unterschiedlichste Kennzahlen geschaut, um genau analysieren zu können, wie sich potenzielle Käufer*innen verhalten, wo sie besonders oft reinschauen, was die wichtigsten Interessen sind oder einfach auch, welche Geräte sie nutzen und wo sie herkommen.

Was kann man daraus für die interne Kommunikation mitnehmen? Im Marketing wird natürlich dort ganz akribisch gemessen, wo Zahlen für die Zielerreichung benötigt werden. Also zum Beispiel generierte Leads, Pipeline oder Webseitenbesucher. Interne Kommunikationsteams müssen hier ähnlich agieren.

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Wirkungsmessung in der internen Kommunikation

Schauen Sie sich Ihre Ziele und das Konzept für die interne Kommunikation an. Sofern Sie bereits Kennzahlen ermitteln können, halten Sie diese in einer Art Dashboard fest. Dies ist die Ausgangslage für alle zukünftigen Analysemaßnahmen. Legen Sie genau fest, welche Kennzahlen Sie benötigen, um den Erfolg und die Wirkung Ihrer Kommunikationsmaßnahmen zu belegen. Einige Ideen für eine systematische Messung haben wir mitgebracht:

  • Zufriedenheit der Mitarbeiter*innen: Führen Sie regelmäßig Umfragen durch. Diese können kurze Pulsabfragen oder auch längere Fragebogen sein. Themen der Umfragen können natürlich variieren und kommen ganz auf die Ziele an.
  • Nutzerverhalten in digitalen Tools: Ähnlich wie im Marketing können Sie hier messen, welche Seiten besonders oft besucht werden, welche Nachrichten die höchsten Interaktionsquoten haben oder welche Prozessabfragen (Urlaubsanträge etc.) am meisten genutzt werden. Letztendlich können Sie mit den Daten eine User Journey erstellen, die Ihnen bei zukünftigen Weiterentwicklungen und Ideen hilft. All das funktioniert natürlich nur, wenn Ihr digitales Tool diese Analysemethoden unterstützt.
  • Feedback sammeln: Wenn Sie messen wollen, wie gut Mitarbeiter*innen die Ziele des Unternehmens oder die neuen Änderungen wichtiger Prozesse verstanden haben und unterstützen, dann holen Sie sich direktes Feedback! Das geht auch über Umfragen, viel einfacher jedoch über Funktionen wie Likes oder Kommentare. Rufen Sie aktiv zu Feedback auf und gehen Sie gemeinsam mit der Führungsetage mit gutem Beispiel voran. Im Marketing würde man das Community Management nennen. Letztendlich geht es vor allem um das Zuhören.
  • Weitere unbedingt notwendige Kennzahlen sind Dinge wie Reichweite Ihrer Kommunikationsmaßnahmen (Wer liest das wirklich?), Interaktion (Wie aktiv sind alle dabei?) oder den Erfolg von Kampagnen (Sollten wir das wieder machen?).
Statistiken Dashboard
Moderne Intranets und mobile Lösungen wie Apps kommen meist mit umfangreichen Möglichkeiten, wichtige Kennzahlen zu messen sowie bereits in übersichtlichen Dashboards darzustellen.

2021 wird das Jahr der Zahlen: Für bessere interne Kommunikation

Sie merken, in 2021 dreht sich alles um Zahlen, Statistiken und Analysen. Und das ist auch gut so, denn nur mit diesen Maßnahmen können Sie beweisen, dass Ihre Strategien und Konzepte funktionieren. Und wenn nicht, dann können Sie sofort handeln. Ihre Marketingkolleg*innen können sicher weitere Tipps geben. Am Ende sollte es jedoch heißen: Tschüss Bauchgefühl, hallo Daten. Und das geht nur mit der richtigen Technologie. Womit wir auch schon beim nächsten Trend wären.

Trend #4: Interne Kommunikation mit der richtigen (digitalen) Technologie menschlicher machen

Das ist eine gewagte Aussage. Was ist die richtige Technologie für interne Kommunikation? Und wie soll ausgerechnet digitale Technologie Kommunikation menschlicher machen? 

Klar ist, dass digitale Instrumente die Zukunft sind. Schnell gehen Diskussionen dann in Richtung künstliche Intelligenz, Bots und Machine Learning. Das ist alles gut und schön (und sicher auch die Zukunft für die interne Kommunikation).

Aber wenn wir ehrlich sind, ist die Kommunikationslandschaft noch nicht ganz so weit. Sehr oft waren (zumindest vor der Pandemie) und sind auch noch Formate wie Aushänge, Briefe oder auch gedruckte Mitarbeiterzeitungen the way to go. Diese sind jedoch nicht zukunftstauglich für die vielen täglichen Kommunikationsaufgaben. Auch wenn Studien zeigen, dass die gedruckte Mitarbeiterzeitung weiterhin hoch im Kurs steht, besagen sie ebenso, dass auch hier die Digitalisierung unaufhaltsam ist und, wie überall eigentlich, durch die Corona-Krise beschleunigt wird.

Und das ist auch wenig verwunderlich, denn mehr denn je ist es wichtig, alle im Unternehmen zu erreichen. Dass das eine der größten Herausforderungen für Kommunikator*innen ist, hat auch die vor der Corona-Krise durchgeführte Benchmarking Studie digitale Mitarbeiterkommunikation gezeigt. Wer würde da schon sein gesamtes Budget und alle Ressourcen auf Instrumente und Methoden setzen, die diese größte Herausforderung nicht wirklich angehen können?

Wenn interne Kommunikation nicht digitaler wird oder langsamer digitaler wird als der Rest des Unternehmens, besteht die Gefahr, dass die Kommunikation von außen digitalisiert wird. Das heißt, dass die Tools, die da sind, für Kommunikation eingesetzt werden, ohne dass die IK selbst ihre Gestaltungsfähigkeit und auch -macht behält. Die interne Kommunikation muss deshalb im selben Tempo unterwegs sein wie der Rest des Unternehmens.

Frank Wolf, Mitgründer von Staffbase, im Webinar „Trends interne Kommunikation 2021"

Individuelle, passgenaue Kommunikation ist das A und O

Was wir also mit der richtigen Technologie meinen, sind die Lösungen, die bereits da sind und für umfangreiche Kommunikationsaufgaben entwickelt wurden. Oft kommen hier Argumente für Tools wie Microsoft Teams auf. Warum diese für die interne Kommunikation jedoch nicht funktionieren, haben wir bereits hier aufgezeigt

Was wir mit menschlicher machen meinen, sind die Möglichkeiten, die diese Lösungen mitbringen, um Mitarbeiter*innen persönlich anzusprechen und Botschaften individueller zu gestalten. Ermöglicht die Technologie also beispielsweise das Senden einer personalisierten Grußbotschaft zum Firmenjubiläum, basierend auf einem automatisierten Algorithmus? Kann das Tool Nachrichten auf Grundlage von Relevanz ausspielen, sodass jede Mitarbeiter*in nur das bekommt, was sie wirklich braucht? Wieviel individuelles Branding ist mit dem Instrument möglich, damit es ein eigenes Markenbewusstsein ausstrahlen und damit Vertrauen herstellen kann?

Die Mitarbeiter-Journey während des Onboardings im Intranet mit automatisierten Nachrichten und Inhalten unterstützen
Die richtige Technologie ermöglicht auch die Abbildung individueller Employee Journeys. Inhalte und Nachrichten werden so für jede Mitarbeiter*in zum richtigen Moment ausgespielt.

Letztendlich geht es vor allem darum, die richtige Technologie für die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter*innen zu wählen. Diese sollten bei der Entscheidung definitiv im Mittelpunkt stehen, und zwar alle. Von gedruckten Mitarbeiterzeitungen direkt zu künstlicher Intelligenz zu springen scheint jedoch ebenso weit hergeholt wie Microsoft Teams für alle zur Verfügung zu stellen, nur weil es eben schon da ist.

Die richtige Technologie ist die, die sowohl für die täglichen Kommunikationsaufgaben als auch für die besonderen Momente entwickelt wurde. Moderne Plattformen wie Employee Experience Intranets und Mitarbeiter-Apps machen den Schritt von analog zu digital einfach und funktionieren auch zusammen.

Trend #5: Interne Kommunikation muss noch zielgruppenrelevanter werden

Mitarbeiter*innen wollen immer mehr informiert werden. Das Edelman Trust Barometer hat gezeigt, dass das seit dem Beginn der Corona-Krise bei vielen durchaus auch mehrmals am Tag sein darf.

Das beruht natürlich auf Gegenseitigkeit: Unternehmen haben ebenso ein großes Interesse daran, Mitarbeiter*innen auf dem Laufenden zu halten. Transparente Informationsübermittlung schafft nicht nur Vertrauen, sondern steigert auch die Produktivität. Denn wer gut informiert und auf dem neuesten Stand ist, kann sich auch eher auf seine tägliche Arbeit konzentrieren.

Ins völlige Gegenteil wendet sich diese Informations- und Kommunikationsbereitschaft natürlich, wenn Mitarbeiter*innen mit Nachrichten überflutet werden. Denn dann passiert das von allen Kommunikator*innen gefürchtete: Mitarbeiter*innen schalten ab. Gerade in 2021 ist deshalb eine gut durchdachte, zielgruppenrelevante Ausspielung von Informationen unverzichtbar.

Wer sind Ihre Zielgruppen eigentlich?

Zunächst sollten jedoch die Zielgruppen im Unternehmen genau bestimmt werden: Wer braucht was, wie und wann? Sie sollten aber nicht nur genau wissen, welche Abteilungen, Teams, Standorte und Länder gesonderte Kommunikation benötigen, sondern auch die Ansichten, Herausforderungen und Perspektiven Ihrer Mitarbeiter*innen verstehen. 

Weil es vor allem bei großen Unternehmen unmöglich ist, Kommunikationsangebote auf einzelne Personen zuzuschneiden, ist die Erstellung verschiedener Mitarbeiter-Personas sinnvoll. Dafür gibt es verschiedene Modelle und Möglichkeiten. Auch hier können Sie wieder ins Marketing schauen, wo Buyer Personas für eine optimale Ansprache der Zielgruppe schon seit vielen Jahren erstellt werden. Mögliche Anhaltspunkte für die Erstellung von Personas sind beispielsweise:

  • Fähigkeiten und Qualifikationen
  • Aufgaben im Unternehmen
  • Interessen und Werte
  • Ziele, Motivation, Schmerzpunkte
  • Demographische Daten (Alter, Standort, Land, Sprache, Zugehörigkeit zum Unternehmen, letzte Beförderung …)

Daten sammeln Sie am besten über umfangreiche Feedbackschleifen, Umfragen, Interviews und Ihre bestehenden Systeme. So basieren Sie Personas in Ihrem Unternehmen auf der Realität und nicht nach einer idealen Belegschaft.

Nach Erstellung der ersten Personas ist es wichtig, diese durch weitere Interviews oder Umfragen zu validieren. Und natürlich ist das Messen (Punkt 3) hier besonders wichtig, damit Sie genau definieren können, ob die Maßnahmen für die einzelnen Personas die richtigen sind.

Mitarbeiter Personas Intranet
Ein Teil der Personaanalyse kann sein, die verschiedenen demographischen Informationen wie Arbeitsort mit den täglichen Herausforderungen der Mitarbeiter*innen zu verbinden. Schließlich kann besser herausgefiltert werden, welche Kommunikationsbedürfnisse diese Menschen haben.

Trend #6: Interne Kommunikation wird durch mehr Storytelling authentischer

Diesen Trend hat unser CEO Martin Böhringer auf der VOICES Konferenz für interne Kommunikation und Employee Experience gesetzt, auf der er über die Bedeutung von interner Kommunikation sprach: 

Je weiter die Mitarbeiter*innen weg sind, umso authentischer, relevanter und direkter muss interne Kommunikation sein.

Das ist letztendlich eine Zusammenfassung aller Punkte: Interne Kommunikation muss echt sein und individuelle Bedürfnisse berücksichtigen, Emotionen zulassen und schlicht und einfach für alle verfügbar sein. Die IK ist also keine reine Unternehmens-Nachrichtenzentrale, sondern Befähiger zu aktiver Kommunikation für Menschen auf allen Ebenen der Unternehmen. Das beginnt bei den Führungskräften (siehe Punkt 2), ist aber am wichtigsten für die Mitarbeiter*innen.

Storytelling muss ganz oben auf der Prioritätenliste stehen

2021 wird das Jahr, in dem Sie Mitarbeiter*innen buchstäblich eine Stimme geben sollten. Authentischer wird es nicht.

Carsten Rossi hat das in unserem Webinar zu den Trends für die interne Kommunikation sehr gut beschrieben:

Kurzer Ausschnitt aus dem Webinar „Trends interne Kommunikation 2021", in dem Sie noch weitere spannende Trends hören können. Die gesamte Aufzeichnung gibt es hier.

Wir bei Staffbase haben das bereits buchstäblich genommen und eine Video-Challenge für unser alljährliches Team Event ins Leben gerufen – alles virtuell natürlich. Jeder Staffprano, so nennen wir uns liebevoll, hatte die Möglichkeit, ein selbst gedrehtes Video einzureichen. Darin sollte erklärt werden, auf welche Art und Weise auch immer, warum wir unsere Kunden lieben – das diesjährige Motto des Staffbase Camps. Herausgekommen sind wundervolle und sehr verschiedene Videoclips, die alle eines vereint: Sie geben authentisch wieder, was Mitarbeiter*innen denken, fühlen und teilen wollen. 

Vielleicht ergibt sich nächstes Jahr ja eine ähnliche Gelegenheit auch in Ihrem Unternehmen? Ich kann nur sagen: Es war einfach toll, die „Stimmen” der Kolleg*innen zu hören und die kreativen Ideen zu sehen.

Trend #7: Just-do-it-Mentalität bei Rich Media

Und da wir gerade bei authentischen Videos waren: 2021 ist der perfekte Zeitpunkt, Rich-Media-Formate wie Videos oder Podcasts auszuprobieren. Sie nutzen diese Formate bereits? Sehr gut! Wie lange brauchen Sie für das Drehen einer Videobotschaft allerdings? Sollte die Antwort mehr als ein Tag sein, dann wollen wir Sie mit diesem Trend ermutigen, einfach loszulegen und nicht zu viel Zeit auf den perfekten Schnitt, das tollste Setting oder fehlerfreie Texte zu verwenden

Was wir mit diesem Trend also ausdrücken wollen ist eine Macher-Mentalität wenn es um die Produktion von Rich Media geht. Das knüpft stark an den Punkt davor an: Es geht hier um Authentizität, das „echt sein”. Das fördert die Nähe zu den Mitarbeiter*innen und damit auch Vertrauen.

Benchmarking Studie Digitale Mitarbeiterkommunikation Exzellenzfaktor Video und Visualisierungen
Video vor Audio vor Bild vor Text: Unternehmen, die Videos und Visualisierungen nutzen, sind insgesamt erfolgreicher. (Quelle: Benchmarking Studie digitale Mitarbeiterkommunikation)

Wie die Benchmarking Studie zeigt, machen Unternehmen, die bereits besondere Gestaltungsformen für die digitale Mitarbeiterkommunikation nutzen, alles richtig. Und das ist auch nur logisch: In einem Video oder Podcast können komplexere Themen viel besser erklärt werden. Außerdem ist es so viel einfacher, Emotionalität in die interne Kommunikation zu bringen.

Authentizität und Schnelligkeit: Eine unschlagbare Kombination

Ein weiterer Vorteil der Just-do-it-Mentalität ist natürlich Schnelligkeit. Einfach vor den Computer setzen, ein kurzes Video aufnehmen und allen zur Verfügung stellen. Für Führungskräfte ist hier natürlich auch Punkt 2 wichtig. Mit ein wenig Coaching und vielen Beispielen sollte es allen Vorgesetzten gelingen, authentische Botschaften über Video oder andere Formate an ihre Mitarbeiter*innen zu senden.

Ein Beispiel für eine schnell produzierte Videoreihe habe ich direkt von Staffbase mitgebracht: das Weekly Check-in unseres Geschäftsführers Martin Böhringer. Er meldet sich einmal die Woche aus seinem Homeoffice mit einer kurzen Videobotschaft. Dafür setzt er sich einfach vor seine Laptopkamera und spricht kurz über die wichtigsten Themen der vergangenen oder kommenden Woche.

Videonutzung in der Internen Kommunikation Beispiel Staffbase
Martins schöne Tapete ist übrigens immer ein beliebtes Gesprächsthema in den Kommentaren.

2021 ist also das Jahr zum Mutigsein und Ausprobieren. Wir sind uns sicher: Ihre Mitarbeiter*innen werden diese Authentizität schätzen. Und wer weiß, vielleicht regen Sie mit dieser Macher-Mentalität noch mehr Mitarbeiter*innen dazu an, selbst Geschichten zu teilen oder allgemein aktiver zu werden.

Weitere Informationen zu digitalen Plattformen und Tipps zur Verbesserung Ihrer internen Kommunikation finden Sie hier:

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