Was wir schon immer wussten, steht hier schwarz auf weiß: Unzureichende Kommunikation ist die Hauptursache für das Scheitern von Veränderungsprozessen. Veränderung erfolgreich zu gestalten und alle mitzunehmen ist also so geschäftskritisch wie nie zuvor. Die interne Kommunikation spielt hier eine Schlüsselrolle, denn nur wenn die Gründe, Ziele und Rahmenbedingungen der Veränderungen von Beginn an transparent sind, lassen sich alle davon überzeugen.

Doch was hat das jetzt mit Trends zu tun? Auch die interne Kommunikation muss sich ständig weiterentwickeln, um den steigenden Anforderungen der Transformationsprozesse gerecht zu werden – und vor allem, um wirklich alle auf dem Weg der Veränderung mitzunehmen.

Deshalb habe ich zusammen mit meiner Kollegin Stephanie überlegt, auf was es in der internen Kommunikation im Jahr 2022 besonders ankommt. Wir haben die sieben spannendsten Trends hier zusammengetragen. Lassen Sie uns gern in den Kommentaren wissen, was Sie als Priorität für die interne Kommunikation im Jahr 2022 sehen.

1. CEOs werden die wichtigsten Kommunikator*innen

Laut dem aktuellsten Edelman Future of Corporate Communications Report hat die strategische Rolle der Kommunikation für CEOs, Vorstände und weitere Führungsebenen erheblich an Bedeutung gewonnen. 🥳 Zeit also, Führungskräfte selbst stärker in die Kommunikation zu involvieren.

Auf Plattformen wie LinkedIn werden CEOs immer präsenter und senden sehr klare Botschaften. Was kann die interne Kommunikation davon lernen? Und wie kann sie CEOs bei ähnlichen Maßnahmen unterstützen?

Tim Höttges von der Deutschen Telekom ist sehr präsent auf LinkedIn und nutzt vor allem auch Videos für die Kommunikation verschiedenster Themen. „Tim testet" ist eines der Video-Formate.

Tipps für effektive CEO-Kommunikation

Die größte Hürde ist oftmals, CEOs überhaupt davon zu überzeugen, sichtbarer zu werden.

Argumente sind meist die fehlende Zeit und auch die Persönlichkeit der Geschäftsführer*innen. Manche sind scheinbar geboren fürs Rampenlicht, andere sind für Videointerviews nicht zu haben. Doch gerade in Veränderungsprozessen kommt der CEO an einer aktiveren Kommunikation nicht mehr vorbei. 

CEOs müssen in Zukunft noch präsenter werden und Ziele, Gründe sowie Rahmenbedingungen von Veränderungen selbst transparent kommunizieren – sie müssen buchstäblich in die erste Reihe treten. Die interne Kommunikation fungiert als  wichtiger Sparringspartner, vor allem wenn es um die Kommunikationsplanung geht, unterstützt aber auch bei der Umsetzung eigener CEO-Formate.

Worauf gilt es bei der Planung nachhaltiger CEO-Kommunikation zu achten?

  • Wählen Sie Fokusthemen, die auf die Unternehmensstrategie einzahlen. 
  • Entwickeln Sie eigene und passende Content-Formate.
  • Ziehen Sie diese dann auch konsequent durch und posten Sie regelmäßig.
  • Beachten Sie bei allen Formaten und Ideen die Persönlichkeit des CEOs. Für die einen ist ein eigener CEO-Kanal im Intranet die richtige Wahl, für andere eher  kleinere Diskussionsrunden (siehe Trend Nr. 7).
  • Unterstützen Sie wo es nur geht bei der Umsetzung der Formate und lassen Sie den CEO kommunikativ glänzen.
  • Kümmern Sie sich um das Community Management und koordinieren Sie zur Not auch Antworten auf Fragen über Funktionen wie Ghostwriting. Das wichtigste ist, dass Mitarbeiter*innen sich gehört fühlen. 
  • Falls Sie in einem international tätigen Unternehmen arbeiten: Beachten Sie unbedingt kulturelle Unterschiede bei der Auswahl der Formate! Das Hierarchieverständnis kann in anderen Ländern und Kulturen durchaus anders aussehen, als bei Ihnen.
  • CEO-Kommunikation sollte persönlich sein, manchmal ruhig auch ein wenig emotional – wir wollen die menschliche Seite des CEOs kennen lernen.

Ja, CEOs müssen zu den wichtigsten Kommunikator*innen gehören, daran führt einfach kein Weg vorbei. Dadurch schaffen sie nicht nur Authentizität, Glaubwürdigkeit und Transparenz bei allen Mitarbeitenden, sondern fungieren auch als Vorbild für gute Führungskräftekommunikation.

2. Interne Kommunikation wird schneller – und persönlicher – als jemals zuvor

Was haben die interne Kommunikation und TikTok gemeinsam? 

Sicher war Ihr erster Gedanke: Gar nichts! Bei beidem geht es jedoch um das Erzählen von Geschichten. Und da kann die interne Kommunikation durchaus einiges von der beliebten Plattform lernen.

Ob man TikTok nun gut findet oder nicht, die Art und Weise, wie Inhalte erstellt und Geschichten erzählt werden, hat sich durch diese und ähnliche Social-Media-Plattformen verändert, vor allem natürlich für die jungen Generationen. Es befeuert unseren Trend, schneller zu kommunizieren und gleichzeitig eine ganz persönliche Botschaft zu vermitteln.

Fakt ist: Ein kurzes Video, das einen Sachverhalt auf kreative Art und Weise verständlich erklärt, ist für viele mittlerweile ansprechender als ein langer Text (siehe z. B. den TikTok-Kanal der Washington Post). Der klassische News-Artikel im Intranet mit Bild sieht da fast schon altbacken aus.

Ausprobieren und Mitarbeitende einbinden

Was bedeutet das jetzt für die interne Kommunikation? Natürlich sollten Sie solche Videos nicht für alle Themen nutzen. In bestimmten Kampagnen und auch für wichtige strategische Themen kann es allerdings sehr hilfreich sein, so die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter*innen zu erlangen.

Was wir mit diesem Trend vor allem wollen, ist Sie ermutigen, einfach loszulegen und nicht zu viel Zeit auf den perfekten Schnitt oder das tollste Setting zu verwenden. Es geht hier vor allem um Authentizität, das „echt sein”. Das fördert die Nähe zu den Mitarbeiter*innen und damit auch Vertrauen.

Ist es möglich, die neue Richtlinie für hybrides Arbeiten in einem kurzen und ansprechenden Video zu erklären, statt einen langen Text zu schreiben? Ist für das Onboarding neuer Mitarbeitenden, vor allem junger Menschen, ein ausgedrucktes Orientierungsblatt wirklich noch das beste Format? Oder gibt es auch hier Möglichkeiten, digitale Formate wie Video-Snippets für wichtige Schritte im Onboarding einzubauen?

Inhaltspfade mit drei Onboarding Artikeln
Staffbase Journeys ist ein gutes Beispiel für die Einbindung digitaler Formate zur Veranschaulichung wichtiger Schritte beim Onboarding und darüber hinaus.

Weil oft erstaunlich viel kreatives Potenzial in der Belegschaft vorhanden ist, veranstalten Sie doch zum Beispiel eine Video Challenge: Alle Mitarbeitenden können ein Video zu einem bestimmten Thema einreichen und damit ihre ganz eigene Geschichte erzählen. Und am Ende sogar etwas gewinnen, Preise funktionieren immer gut. Diese Videos bekommen dann ihren Platz im Intranet oder der Mitarbeiter-App und natürlich Ruhm und Ehre. 😉

Zusammenfassung der Einreichungen für die Video Challenge bei Staffbase. Mitarbeiter*innen haben individuelle Videos erstellt, in denen sie erklären, warum sie unsere Kunden lieben.

Damit probieren Sie und Ihre Kolleg*innen nicht nur ganz automatisch neue Formate aus, sondern geben auch Ihren Mitarbeitenden eine Stimme und den Raum für ganz persönliche Botschaften. Mehr Authentizität geht nicht.

3. Interne Kommunikation geht hin zum Multi-Channel-Ansatz: Mitarbeiter*innen dort erreichen, wo sie sind

Mit einem Kanal alle Mitarbeiter*innen erreichen? Das hat schon früher bei der klassischen Mitarbeiterzeitung nicht funktioniert. Der Trend geht eindeutig dazu, Mitarbeiter*innen dort abzuholen, wo sie sind. 

Dafür braucht es gegebenenfalls unterschiedliche Kanäle: eine Mitarbeiter-App für gewerbliche Mitarbeitende, ein Intranet für den Mitarbeitende in der Verwaltung, einen Kommunikationskanal in Microsoft Teams für Projektmanager*innen, Bildschirme in der Produktion, E-Mail-Newsletter für Vertriebs- und Führungskräfte...

Aber: Muss sich die Kommunikation dafür jetzt auf unterschiedlichen Kanälen herumtreiben und im schlimmsten Fall sogar unterschiedliche Plattformen verwalten? Zum Glück sind diese Zeiten vorbei. 

Sie sollten einen Ort haben, an dem Sie ihre gesamte Kommunikation bündeln, planen, verwalten und dann an die unterschiedlichen Zielgruppen und Kanäle ausspielen können. So können Sie auch den Erfolg ihrer Kommunikation an einem Ort messen.

Vielleicht klingt dieser Trend hin zu vielen verschiedenen Kanälen erst einmal wie eine Steigerung der Komplexität und damit auch der Überforderung Ihrer Mitarbeitenden. Aber genau das Gegenteil ist der Fall: Es geht darum, Mitarbeiter*innen auf die Art und Weise zu erreichen, die für sie am besten geeignet ist – nicht andersherum.

Die Kommunikationsplattform fungiert als Ausgangspunkt für alle Kanäle im Multi-Channel-Ansatz
Mit einer modernen Kommunikationsplattform können Sie Ihre Kanäle zielgerichtet bespielen und genau auf die Bedürfnisse der Nutzer*innen anpassen.

Investitionen in Kommunikationstechnologie Top-Priorität für das Jahr 2022

Das richtige Budget für Technologien, die einen solchen Ansatz ermöglichen, verlangt oft noch sehr viel Überzeugungsarbeit seitens der Kommunikationsabteilung. Aber es gibt Hoffnung: 70 Prozent der Kommunikationsverantwortlichen sehen die Investition in Kommunikationstechnologie als einen der wichtigsten Schritte für das nächste Jahr. Die vielen Fusionen im Bereich Comms Tech in den letzten zwei Jahren zeigen auch von Seiten der Anbieter ein ähnliches Bild.

Der Multi-Channel-Ansatz, den man auch als „Best-of-Breed"-Strategie bezeichnen könnte, ermöglicht es Unternehmen, die Technologie zu wählen, die den Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden am besten entspricht. Diese Technologien – darunter auch moderne, auf Kommunikation und Kulturaufbau ausgerichtete Intranets – werden schließlich nur für das genutzt, was sie am besten können.

9 Leitprinzipien des Multi-Channel-Ansatzes

James Robertson von der Agentur StepTwo hat neun passende Leitprinzipien des Multi-Channel-Ansatzes beschrieben, die ich gern hier mit Ihnen teilen möchte. Diese Leitprinzipien sollen bei der Gestaltung von Strategie-, Design- und Technologieentscheidungen für den Multi-Channel-Ansatz helfen.

  • Starten Sie mit einer Kanalstrategie. Entscheidungen darüber, wie z. B. ein Multi-Channel-Intranet gestaltet und bereitgestellt werden soll, müssen sich an einer geschäftsorientierten Gesamtstrategie orientieren.
  • Verstehen Sie die Bedürfnisse der Kanäle genau. Jeder Kanal muss den Mitarbeitenden das bieten, was sie tatsächlich brauchen. Und das in einer Form, die für ihre Umgebung und ihre Arbeitsmethoden geeignet ist.
  • Inhalte einmal erstellen und mehrfach nutzen. Wo immer es möglich ist, sollten Informationen in einer Art und Weise erstellt werden, die leicht über alle Kanäle hinweg genutzt werden kann.
  • Jeden Kanal zielgerichtet bespielen. Anstatt alle Aktualisierungen immer in jedem Kanal zu veröffentlichen, sollten Nachrichten nach z. B. geografischen Gesichtspunkten, Geschäftsbereichen und Aufgabenbereichen ausgerichtet werden.
  • Bauen Sie wechselseitige Kanäle auf. Die Kanäle sollten nicht nur Inhalte verbreiten, sondern auch Interaktionen unterstützen, z. B. das Kommentieren von Nachrichten und die Interaktion mit Tools für die Zusammenarbeit.
  • Flexible Integration von Technologien. Unternehmen befinden sich in ständigem Wandel, daher sollten Integrationspunkte im Laufe der Zeit maximale Flexibilität gewährleisten.
  • Employee Experience vor technischer Perfektion. Der Schwerpunkt muss auf der Qualität der Nutzererfahrung liegen, die den Mitarbeiter*innen über alle Kanäle hinweg geboten wird.
  • Denken Sie auch an Services, nicht nur an Inhalte. Moderne Intranets sind Orte, an denen man nicht nur etwas lesen sondern auch etwas tun kann. Diese Funktionalität sollte über die meisten oder gar alle Kanäle funktionieren.
  • Klein anfangen, groß denken. Es ist ein langer Prozess und laufende Verbesserungen für jeden Kanal sollten einer Produktmanagement-Mentalität folgen.

4. E-Mail ist nach wie vor ein wichtiger strategischer Kanal für die interne Kommunikation

Das Ende der E-Mail-Kommunikation haben sich viele sehnsüchtig herbei gewünscht. Tatsache ist aber, dass das E-Mail-Postfach der Ort ist, an dem sich Mitarbeiter*innen noch immer ziemlich häufig aufhalten. Ob wir es nun wollen oder nicht, unsere Devise heißt: Mitarbeiter*innen dort abholen, wo sie sind (siehe Multi-Channel-Ansatz). Und damit ist und bleibt E-Mail ein wichtiger Kommunikationskanal. Lassen Sie ihn uns nutzen!

Ja, auch wenn die E-Mail alle auf der Abschusslist gesehen haben (wir auch), sie ist noch da und wird auch so schnell nicht von der Bildfläche verschwinden – das zeigen verschiedene Studien ganz deutlich.

Intranet Studie 2021 meistgenutzte Kanäle
Übersicht der Ergebnisse mehrerer Studien zur internen Kommunikation. Die Bedeutung der Kanäle der internen Kommunikation hat sich mit Ausbruch der Corona-Pandemie drastisch verändert. Besetzten 2019 noch das Persönliche Gespräch und die Mitarbeiterversammlung unangefochten Rang 1 und 2 der wichtigsten Kanäle, werden sie im Krisenjahr 2020 nachweislich von E-Mail-Versand und auch dem Intranet als digitale Alternativen abgelöst. (Quelle: Intranet-Studie 2021)

Viele unsere Kunden haben die E-Mail durch eine Mitarbeiter-App oder ein modernes Intranet abgelöst. Trotzdem sehen sie oft, dass der oben erwähnte Multi-Channel-Ansatz nötig ist, um wirklich alle Zielgruppen in ihrem Unternehmen zu erreichen. Und E-Mail gehört als Kanal einfach dazu.

3 wesentliche Anwendungsfälle für E-Mail-Kommunikation in der IK

Aber E-Mail ist nicht gleich E-Mail. Wir sehen drei Themen, für die E-Mails in Zukunft wichtig sein werden, ohne die gefürchtete E-Mail- und Informationsflut auszulösen:

  • E-Mail-Kommunikation für wichtige und dringende Informationen wie Sicherheitsupdates oder Krisenkommunikation. Sprich nur eine gelegentliche Nutzung des Kanals.
  • Der große Fokus wird auf kuratierten Zusammenfassungen in Form von internen Newslettern liegen, die alle wichtigen Informationen sowie Verlinkungen zu interaktiven Kanälen wie Intranet oder Mitarbeiter-App enthalten. Dies sollte regelmäßig geschehen, damit Mitarbeitende sich darauf einstellen und verlassen können. (Newsletter z. B. immer am Ende der Woche oder montags, zu einer bestimmten Zeit)
  • E-Mail-Kommunikation für bestimmte Zielgruppen (Führungskräfte, Vertriebsteam, etc.), auch im Format eines Newsletters, der situationsgebunden oder auch regelmäßig rausgeht. Hier geht es um Themen wie Enabling oder wichtige Wochen- bzw. Quartals-Updates.
E-Mail-Kommunikation im Strategiemodell für interne Kommunikation
Basierend auf Forschung und den Erkenntnissen von mehr als 1.000 führenden Unternehmen haben wir ein Strategiemodell für interne Kommunikation erstellt, mit dem wir versuchen abzubilden und zusammenzufassen, wie interne Kommunikation aktuell funktionieren sollte und was dazugehört. Die vorgestellten Einordnungen als strategischer Kanal sehen wir hier vor allem in den Bereichen Kanalmix & Formate sowie Beteiligung & Befähigung. Mehr Informationen zum Modell sowie einen Reifegrad-Test Ihrer internen Kommunikation finden Sie hier.

5. Die interne Kommunikation arbeitet strategisch mit internen Influencer*innen zusammen

Wissen Sie, wer Ihre internen Influencer*innen sind? Wenn ja, binden Sie sie auch in Ihre Kommunikationsstrategie ein?

Wie im Privatleben hat das Thema Influencer*innen auch im Unternehmenskontext immer weiter an Bedeutung gewonnen. Fakt ist: Influencer*innen wird es immer geben, ob gewollt oder nicht. Die Fragen sind nur: Wie kann das Potenzial interner Influencer*innen richtig genutzt werden? Und wollen Sie Influencer*innen einen Raum auf der eigenen Unternehmensplattform geben? Sollten Sie das nicht tun, besteht zumindest immer die Gefahr, dass sie sich andere und möglicherweise auch informelle Kommunikationswege suchen.

Doch: Wie bindet man interne Influencer*innen richtig ein? Wir haben nicht die EINE Lösung für Sie, den goldenen Weg für Ihre interne Kommunikation. Eine gute Strategie für Influencer*innen hängt immer stark von den Bedingungen im Unternehmen, den verfügbaren Plattformen und den gewünschten Zielen ab. Und manchmal gibt es für den Umgang mit internen Influencer*innen keine Quick Wins, denn sie sind nicht per se auch Markenbotschafter Ihres Unternehmens.

Gerade deswegen sagen wir aber: Sie brauchen unbedingt eine eigene Strategie für interne Influencer*innen, die in Ihre Kommunikationsstrategie eingebunden ist. Wo also beginnen?

Tipps für eine erfolgreiche Strategie

Ein paar Tipps für den Start haben wir zusammengetragen, die Ihnen bei der Planung einer Strategie helfen sollen.

  • Zunächst müssen Sie Ihre internen Influencer*innen erst einmal finden. Wer in Ihrem Unternehmen passt auf folgende Aussagen? Influencer*innen:
    … haben ein starkes Netzwerk und sind oft das Gesicht einer Community.
    … sind Feuer und Flamme für ihr Thema.
    ... verfolgen meist ein bestimmtes Ziel (z. B. Diversity im Unternehmen fördern) und stellen ggf. Forderungen an das Unternehmen
    … haben daher eine große intrinsische Motivation.
  • Bauen Sie eine Beziehung zu diesen Personen auf und überlegen Sie sich, wie sie mit ihnen zusammenarbeiten können. (Hören Sie vor allem erst einmal zu und verstehen Sie die Motivation Ihrer Kolleg*innen.)
  • Geben Sie ihnen gegebenenfalls die Möglichkeit, selbst auf Ihrer Plattform zu kommunizieren. (Evtl. direkt in bestimmten Mitarbeitergruppen, Themenforen oder Dialogformaten)
  • Sind die Themen, für die die internen Influencer*innen (z.B. Frauenförderung) eintreten, strategisch wichtig und relevant für Sie? Dann geben Sie diesen eine Bühne und highlighten sie diese beispielsweise im Intranet mit Hilfe der Influencer*in (z.B. der Vorsitzenden des Frauennetzwerks). Spätestens dann ist es eine win-win-situation für beide Seiten.
Unterschiede zwischen Internen Influencern und Champions/Botschaftern
Unterschiede zwischen internen Influencer*innen und Champions/Botschafter*innen. Interne Influencer*innen sind nicht gleich Botschafter*innen Ihres Unternehmens.

6. Stille wird in der internen Kommunikation groß geschrieben: Ein Hoch auf Kommunikationspausen

Hat sich das Volumen Ihrer Nachrichten und Meldungen während der letzten zwei Jahre auch signifikant gesteigert? Kein Wunder, es gab immer etwas zu kommunizieren. Neue Hygienerichtlinien, Konzepte für hybrides Arbeiten, wie es nach den Lockdowns weitergeht, warum Kolleg*innen gehen mussten… Es war eine Menge. Und auch wenn die Krisenkommunikation allmählich wieder verschwindet, ist dennoch weiterhin so viel Veränderung im Gange, dass es scheinbar immer etwas zu Senden gibt.

Aber seien wir mal ehrlich, wir sind doch alle müde von der „Dauerbeschallung” der letzten anderthalb Jahre, nicht nur im beruflichen Leben. Wir wollen nur noch das wissen, was direkt für uns wichtig ist und das am besten in einer schnell zu verdauenden Art und Weise.

Ihren Mitarbeiter*innen geht es möglicherweise ebenso (haben Sie schon eine Umfrage dazu gemacht?). Wir sehen also für das Jahr 2022 ganz klar eines als besonders wichtig an: Stille. Das klingt nun völlig entgegen dem Streben der meisten Kommunikator*innen, präsent zu sein, alle zu erreichen und mit Informationen zu versorgen. Das bleibt natürlich weiterhin oberste Priorität. Aber wie wäre es mit ganz bewussten Kommunikationspausen? Tagen, Stunden, in denen niemand das Gefühl haben muss, etwas zu verpassen?

Ideen für Kommunikationsteams

Als interne Kommunikator*innen wissen Sie, dass Timing alles ist. Braucht es also auch eine Zeit, ein richtiges Timing, um nicht zu kommunizieren? Carsten Rossi, Inhaber der Kommunikationsagentur KammannRossi, hat ein klares Statement dazu und hat im IKone-Newsletter das digitale Wohlbefinden der Mitarbeitenden in den Fokus gerückt:

Zu viel Kommunikation ist eines der größten Hindernisse für das „Digitale Wohlbefinden“ („Digital Well-Being“) der Mitarbeiter*innen. Der ständige Alarmismus unserer Nachrichten und die zwanghaften Versuche, Aufmerksamkeit für unsere Themen zu bekommen, überfordern und demotivieren unsere Zielgruppe – gerade jetzt im New Work Kontext. Wir setzen unsere Mitarbeitenden unter Stress.

Carsten Rossi

Wer will das schon? Kommunikation soll relevant sein und den Empfänger*innen helfen, statt sie zu überfordern. Im schlimmsten Fall schalten sie dann ganz ab. Achten Sie also bei der Planung für das neue Jahr auch auf Stille und Pausen in der internen Kommunikation. Beraten Sie sich mit Ihrem Team oder anderen Stakeholdern, wie das am besten aussehen könnte. Ein gut sortierter Redaktionskalender kann hierbei bereits enorm helfen, die wichtigen Pausen auch auf dem Schirm zu haben.

Carsten Rossi hat am Ende des Newsletters noch seine zwei persönlich wichtigsten Tipps da gelassen: 

  • Wir müssen weniger kommunizieren! Was spricht dagegen, feste Pausenzeiten für offizielle Kommunikation festzulegen? Zum Beispiel keine Newsletter zwischen 12 und 13 Uhr. Lasst die Leute in Ruhe essen. Keine Intranet-Updates am Freitag. Da wird abgearbeitet.
  • Wir müssen besser kommunizieren! Das heißt vor allem: Wir müssen die Mitarbeitenden selbst zu Wort kommen lassen. Nutzen Sie Formate, die sie selber füllen oder sie dabei unterstützen, sich zu äußern. Listening muss genau so wichtig sein wie Telling.

Mitarbeiter*innen sollten sich gegen uns nicht wehren müssen. Nicht zu kommunizieren kann heißen, Verantwortung zu zeigen. Und beliebt zu sein.

Carsten Rossi

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7. Die interne Kommunikation nutzt neue Dialogformate für eine neue Arbeitswelt

Neue Dialogformate müssen ein wichtiger Teil Ihrer Kommunikationsstrategie für das neue Jahr sein. Denn obwohl Führungskräfte denken, das Verhältnis und der Kontakt zu ihren Mitarbeiter*innen ist seit Beginn der Pandemie enger geworden, sieht das die deutliche Mehrheit der Mitarbeitenden nicht so – ganz im Gegenteil. Mit gezielten Dialogformaten können Sie eine Vertrauensbasis aufbauen und eine Bindung zum Unternehmen schaffen. Und wir sprechen hier von Dialogen, die mehr sind als nur Kommentare und Likes.

Da wären wir auch schon bei der ersten großen Herausforderung: Vor der Corona-Pandemie waren Live-Veranstaltungen möglich und oftmals fester Bestandteil in unserem Kommunikationsplan. Während der Pandemie sind – oftmals  aus der Not heraus – virtuelle Remote-Formate entstanden. Und jetzt? 

Hybrides Arbeiten ist das neue Zauberwort. Die Zeiten, als alle Mitarbeiter*innen vor Ort waren, sind vorbei. Zeit also, dialogische Kommunikation neu zu denken und zwar in zwei Richtungen: Reden und Zuhören. 

Zuhören als wichtigste Aufgabe

Carsten Rossi hat es bereits sehr gut auf den Punkt gebracht: „Listening muss genauso wichtig werden wie Telling”. Knüpfen wir also direkt an den Trend davor an: Nutzen Sie Kommunikationspausen und die Stille, um Zuhören zu ermöglichen und etablieren Sie Formate, in denen aktives Zuhören möglich ist. Schaffen Sie mit allen Stakeholdern ein gemeinsames Verständnis von gutem Dialog und legen Sie fest, wie die Resonanz aus Gesprächen verarbeitet wird. Was sind die Ziele und wie kann Feedback umgesetzt werden? 

Die interne Kommunikation muss hier vor allem Treiberin sein, Menschen zusammenbringen und Formate schaffen, die einen wertschätzenden Dialog auch in einer hybriden Arbeitswelt für alle ermöglichen. Sie muss es Mitarbeitenden leicht machen, sich auch über Kommentare und Likes hinweg einbringen und aktiv mitgestalten zu können.

Mark Twain Zitat: If we were meant to talk more than listen, we would have two mouths and one ear.

Wie können solche Formate aussehen?

Dialoge kommen schneller zustande, wenn es ein gemeinsames Thema oder einen gemeinsamen Nenner gibt. Führungskräfte und auch Geschäftsführer*innen könnten beispielsweise gezielt in verschiedene Arbeits- und Interessengruppen (z. B. das Inklusionskommitee) gehen. Dort kann das direkte Gespräch angeboten und vor allem aber zugehört werden. Gleichzeitig ist auch für Führungskräfte eine bessere themenorientierte Vorbereitung auf eventuelle Fragen möglich.

Auf der anderen Seite können Dialogformate auch genutzt werden, um Mitarbeiter*innen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammen zu bringen und diskutieren zu lassen – gern auch kontrovers. 

Für beide Formate zwei Tipps von uns:

  • Für den richtigen Ice-Breaker und somit schnell für eine gute Stimmung und Atmosphäre sorgen. Damit auf Augenhöhe diskutiert werden kann, hilft es oft, der Führungskraft zu Beginn ein paar lustige oder persönliche Fragen zu stellen. Der berühmte „Fun fact” tut es zur Not auch.
  • Sich auf ein Thema einigen und nicht zu viel vornehmen. Lieber in die Tiefe statt in die Breite gehen.

Viele Unternehmen bündeln solche und andere Formate unter einer eigenen Marke oder Veranstaltungsreihe. So zieht sich ein roter Faden durch die verschiedenen Formatgruppen, die sowohl situativ als auch regelmäßig für unterschiedliche Zielgruppen angeboten werden.

Etablieren Sie solche festen Formate so schnell, aber auch so nachhaltig wie möglich. Gelingt es Ihnen, auch in der neuen Arbeitswelt mit hybriden Modellen und Remote Work eine dialogorientierte Kommunikation zu schaffen, profitieren Sie auch nach der Corona-Krise davon. Mit bekannten und beliebten Formaten erarbeiten Sie einen wertvollen Vertrauensvorschuss für zukünftige Krisen und Veränderungsprozesse.

Fazit: Authentizität, Relevanz und die richtigen Kanäle als Basis für eine erfolgreiche Kommunikationsstrategie

Wir Kommunikator*innen stehen ja immer vor einem Balanceakt: Auf der einen Seite mit einer guten und strategischen Planung für genügend Weitblick sorgen und auf der anderen Seiten auch mutig und offen auf aktuelle Herausforderungen reagieren. Mit unserem Ausblick ins Jahr 2022 wollen wir beiden Aspekten gerecht werden...

Damit die interne Kommunikation sich nicht mehr öfter als gewollt in einer reaktiven Rolle wiederfindet, sondern proaktiv handeln kann, ist eine Kommunikationsstrategie von essenzieller Bedeutung. Diese muss an der übergeordneten Unternehmensstrategie ausgerichtet und die Ziele darauf abgestimmt sein. Um die Zielerreichung kontinuierlich und abschließend am Ende des Jahres auch überprüfen zu können, ist natürlich die Messung jeglicher Kommunikationsmaßnahmen und ihrer Auswirkungen von Bedeutung.

Nehmen Sie sich also am Ende diesen oder am Anfang nächsten Jahres die Zeit, um eine Kommunikationsstrategie und Ziele für Ihre interne Kommunikation festzulegen, die vor allem auch Authentizität und Relevanz im Fokus haben. Wie kann die interne Kommunikation die übergeordneten Ziele und Initiativen des Unternehmens unterstützen? Was sind die Fokusthemen und wie können diese am besten kommuniziert werden? Wie können Sie alle Mitarbeiter*innen einbinden und mitnehmen? 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und ein gesundes Jahr 2022!

Vorlage für eine Kommunikationsstrategie
Falls Sie noch ein wenig Inspiration für Ihre Strategieerstellung benötigen, dann nutzen Sie gern unsere Vorlage. Diese basiert auf dem bekannten Business Model Canvas und funktioniert wie eine Art Checkliste für die wichtigsten Punkte Ihrer Kommunikationsstrategie.
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