Interne Kommunikation ist in jedem Unternehmen eine strategische Aufgabe. Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Führungskräfte, denn der Informationsfluss aus den direkten Führungsbeziehungen stellt nach wie vor den größten Anteil im internen Kommunikationsmix. Manager benötigen also die richtigen Fähigkeiten, um ihrer Rolle als zentrales Element in der internen Kommunikationskette gerecht zu werden. Allerdings ist nicht jeder Manager auch eine ausgeprägte Führungspersönlichkeit.

Neue, sehr effektive Führungsstile wie die transformationale Führung sind stark persönlichkeitsorientiert und nur im begrenzten Umfang erlernbar. Hier ergibt sich eine neue Chance durch digitale interne Kommunikationskanäle wie Management Blogs, Video oder Mitarbeiter-Apps, denn diese sind schnell, authentisch, direkt und interaktiv. Eine tolle Chance, um die Reichweite und Strahlkraft von talentierten Führungspersönlichkeiten – auf allen Ebenen – im Unternehmen besser als je zuvor zur Geltung zu bringen.

Wie stark engagiert sich ein Mitarbeiter und in welchem Umfang setzt er sich für sein Unternehmen ein? Wie können Mitarbeiter zu außergewöhnlichen Leistungen motiviert werden? Leistung und Motivation der Mitarbeiter werden entscheidend vom jeweils herrschenden Führungsstil beeinflusst. Führung bringt Werte zum Ausdruck und spiegelt wider, wie stark die Mitarbeiter in einem Unternehmen wertgeschätzt werden. Dieser Zusammenhang kann mit Hilfe sogenannter Führungsmodelle detaillierter beschrieben und erklärt werden. Als empirisch und damit auch in der Praxis besonders relevant, hat sich das transformationale Führungsmodell erwiesen. Im Gegensatz dazu steht der herkömmliche, sogenannte transaktionale Ansatz von Mitarbeiterführung.

So sieht transaktionale Führung aus

Der Begriff Transaktion spielt bei diesem Führungsstil in der Tat eine wichtige Rolle. Dabei besteht die Transaktion aus einem Austausch von Leistungen und Belohnungen zwischen dem Mitarbeiter und der Führungsebene. Während der Mitarbeiter sich im Sinne des Unternehmens einsetzt, wird er für diese Leistungen mehr oder minder stark mit Geld, Weiterbildungsmaßnahmen, Beförderungen oder anderen extrinsischen Anreizen, wie zum Beispiel einem Geschäftswagen oder einem Firmenhandy belohnt. Hier schwingt also der Tauschgedanke mit und diese Theorie geht davon aus, dass Menschen rationale Entscheider sind. Zudem übernimmt die Führungsebene abgesehen von der Auslobung der jeweiligen Belohnung eine eher passive Rolle und greift nur dann ein, wenn dies dringend erforderlich ist.

Somit sind klare Handlungsziele gegeben und der Mitarbeiter genießt durch das wenige Eingreifen durch die Führungsetage gewisse Freiheiten. Gleichzeitig ist eine extrinsische Motivation für viele Menschen jedoch nur ein begrenzter Anreiz. Das Streben nach Belohnungen kann also unter Umständen im Laufe der Zeit nachlassen. Zudem sind die Ressourcen zur Belohnung natürlich begrenzt, so dass es schwer fällt für bereits sehr gut bezahlte Mitarbeiter noch weitere Anreize unter der transaktionalen Führung zu schaffen.

Transformation durch transformationale Führung

Die transformationale Führungstheorie geht also einen bedeutenden Schritt weiter. Denn durch diese Art von Leadership soll auch im Inneren der Mitarbeiter eine Verwandlung stattfinden. Die Geführten fangen damit an, sich höhere Ziele zu stecken und werden nicht mehr nur von ihrem Eigeninteresse angetrieben. Gleichzeitig kommt den Führenden eine viel stärkere Bedeutung zu. Denn es ist ihre Aufgabe, herausragende Leistungen aus den Geführten heraus zu kitzeln und sie zu neuen Höhenflügen zu führen. Die überdurchschnittlichen Leistungen gehen also auch auf die Beziehung zu der Führungskraft zurück. Denn die Geführten empfinden laut dieser Theorie ein hohes Maß an Vertrauen, Loyalität, Bewunderung und Respekt für ihren Vorgesetzten und lassen sich davon zu Höchstleistungen motivieren. Bei der transaktionalen Führung sind die Anreize somit eher intrinsischer Natur.

Transformationale Führung als Führungsstil der Zukunft

Im direkten Vergleich bietet die transformationale Führung also den entscheidenden Vorteil, dass sie den ganzen Menschen auf der Werteebene anspricht und die Mitarbeitermotivation somit viel tiefer greift. Gleichzeitig wird der führenden Person viel mehr abverlangt. Denn sie muss eine gehörige Portion Charisma sowie die entsprechenden sozialen und kommunikativen Fähigkeiten mitbringen, um sich die Bewunderung, Loyalität und den Respekt der Mitarbeiter überhaupt zu verdienen. Der Führende ist also auf ganzer Linie gefordert. Ohne eine Vision kommt ein transformational Führender ebenfalls nicht aus, denn seine Leitidee ist es, die den roten Faden für die Mitarbeiter darstellt.

Kann man transformationales Führen lernen?

Die große Herausforderung dieses neuen Führungsansatzes sind die vielschichtigen Anforderungen, die an Führungspersönlichkeiten gestellt werden. Viele Anbieter von Führungsskräfte-Weiterbildungen und Leadership-Coachings suggerieren Gegenteiliges, doch Charisma ist schwer zu lernen und nicht jeder Mensch hat eine visionäre Ader. Wie kann man dieses Konzept trotzdem unternehmensweit zum Einsatz bringen? Insbesondere Führungskräfte mit hoher Reichweite muss heute mehr denn je transformationales Führen beherrschen, denn erstklassige kommunikative Fähigkeiten gehören mittlerweile zu den zentralen Anforderungen an das Top Management großer Unternehmen.

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Mitarbeiterkommunikation über digitale Kanäle wird zur Kernkompetenz

Neue, schnellere und direktere Formate wie interne Social Networks, Videos, Management Blogs, Live-Chats verlangen Führungspersönlichkeiten, die authentisch, charismatisch und ehrlich „rüberkommen“. Keiner kann sich mehr hinter einer Kommunikationsabteilung verstecken, die glattpolierte interne „Pressemitteilungen“ erstellt und damit die Mitarbeiterschaft über Einweg-Kanäle beschallt. Man wird nicht aus jedem Frontline-Manager einen transformationalen Leader machen können. Das ist auch nicht nötig, denn der transformationale Anteil kann ebenfalls vom mittleren oder vom Top Management kommen – solange sichergestellt ist, dass Mitarbeiter mit den neuen digitalen Kanälen tatsächlich auch erreicht werden. Das ist der Grund, warum wir die Mitarbeiter-App nicht einfach nur als Informationsquelle sehen, sondern als zentrales Gestaltungsinstrument für eine neue Art von Führungsbeziehung und Mitarbeitermotivation.

Liebe Leser*innen,

wir bei Staffbase verwenden seit November 2020 den Genderstern in unseren deutschsprachigen Blog-Texten. Wenn das bei diesem Artikel noch nicht der Fall ist, handelt es sich dabei um einen älteren Text, der vor der Einführung der gendergerechten Sprache erstellt wurde.

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