Generation Z in der Arbeitswelt – 5 wichtige Tipps für eine verbesserte Mitarbeiterbindung

Das Smartphone ist für Generation Z der wichtigste Informationskanal
Sina Kaye Lockley

Sina Kaye Lockley in HR

Communication Specialist
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6 Minuten

Junge Menschen der Generation Z steigen nach und nach in die Arbeitswelt ein. Heute arbeiten in Unternehmen Mitarbeitende aus bis zu vier Generationen. Jede Generation hat eigene Anforderungen an den Arbeitsplatz. Damit Unternehmen trotz dieser vielfältigen Bedürfnisse effektiv kommunizieren und gute Mitarbeitende gewinnen, halten und binden können, müssen sie neue Wege gehen.

Millennials und Generation Z DefinitionUnternehmen beschäftigen Menschen aus bis zu vier Generationen. Millennials und Generation Z werden die Arbeitswelt der Zukunft jedoch weitestgehend gestalten.

Die Generation Z ist die Generation der Digital Natives. Sie sucht mehr als andere Generationen vor ihr Feedback, denn schon von klein auf ist sie daran gewöhnt. Sie wuchs in einer Ära von Start-ups und Crowdsourcing auf und stellt einen hohen Anteil an Selbstständigen.

Diesem Wandel ist es geschuldet, dass Unternehmen ihre Bemühungen steigern müssen, um ihre Arbeitskräfte zu unterstützen. Die heutige Belegschaft besteht nicht nur aus vier Generationen mit sehr unterschiedlichen Anforderungen, sondern zeigt auch immer weniger Engagement für ihre Arbeit.

Unternehmen müssen bessere Arbeitgeber sein als je zuvor, um eine Balance zwischen den Bedürfnissen ihrer Mitarbeitenden und dem wirtschaftlichen Erfolg zu finden – und um Mitarbeitende zu halten und zu motivieren.

1. Unternehmenswerte kommunizieren und leben

Finanzielle Vergütung und Karrierechancen motivieren die Generation Z stärker als andere Generationen vor ihr. Sie will Sicherheit und finanzielle Stabilität, aber auch viel Freizeit und damit eine klare Trennung von Privatleben und Beruf.

In Zeiten von Personalmangel müssen Unternehmen mehr bieten als Homeoffice, Obstkörbe und flexible Arbeitszeiten. Junge Menschen der Generation Z wechseln häufiger den Job als andere Generationen, oft weil sie sich nicht mit dem Unternehmen identifizieren. Laut Deloitte Millennial Survey sind 42 % der Millennials und 54 % der Generation Z sicher, dass sie ihren aktuellen Arbeitgeber in den nächsten zwei Jahren verlassen werden.

Um diese neuen Arbeitskräfte zu motivieren, müssen Unternehmen also nicht nur finanzielle Anreize und karrierefördernde Maßnahmen bieten. Sie müssen vor allem eine Unternehmenskultur schaffen, die allen Generationen gerecht wird.

Millennials und Generation Z sind die ultimativen Digital Natives

Millennials und junge Menschen der Generation Z sind beispielsweise echte Naturliebhaber*innen. Klimaschutz ist laut Deloitte-Survey ihre größte Sorge: Je rund ein Drittel gibt an, darüber am meisten beunruhigt zu sein. Wie unterstützt dein Unternehmen den Klimaschutz? Welche Initiativen gibt es, und wie können Millennials und Generation Z ihren Teil dazu beitragen? Solche Werte zu kommunizieren und Taten folgen zu lassen, ist wichtig für diese Generationen.

Auch wenn man es vielleicht nicht erwartet: Jungen Menschen der Gen Z ist Familie sehr wichtig. 51 % der Generation Z hegen den Wunsch nach Familie und liegen damit im internationalen Vergleich vorn. Umfangreiche Konzepte, wie Familie und Job zusammen funktionieren können, überzeugen Millennials und Generation Z. Kommuniziere diese doch beispielsweise über echte Geschichten deiner Mitarbeitenden. Das ist authentischer und zeigt, was dein Unternehmen den Mitarbeitenden und ihren Familien ermöglicht.

2. Digitalisierung in allen Bereichen priorisieren

Mit dem demografischen Wandel in der Belegschaft steigt auch die Notwendigkeit, soziale und digitale Technologien zu integrieren. Millennials und Gen Z fordern diese Technologien – und kämpfen gleichzeitig mit der Ablenkung, die sie verursachen.

Generation Z und Millennials können kaum noch ohne Social MediaLaut dem Deloitte Millennials Survey wollen Millennials und Generation Z kaum noch auf Soziale Netzwerke verzichten. Sie sind sich aber auch immer mehr der negativen Effekte bewusst.

Mit dem Eintritt der Generation Z in die Arbeitswelt ist klar: Die Zukunft ist vernetzt. Unternehmen müssen die Bedürfnisse der Digital-Native-Generation erfüllen. Diese Generation wird zunehmend an verschiedenen Standorten arbeiten und Karriere im Ausland machen. Sie ist vielfältiger und will rund um die Uhr in Verbindung bleiben. Arbeitgeber, die die Vorteile digitaler Technologien erkennen, werden junge Menschen daher leichter halten.

Individuell gebrandete Mitarbeiterkommunikations-App von Staffbase

Die Möglichkeiten der internen Kommunikation müssen für diese Generationen weit über Facebook oder klassische Intranets hinausgehen. Der Arbeitsplatz der Zukunft ist mobil und schließt Robotik und virtuelle Realität ein.

Digitale Geräte und Automatisierung versprechen Vorteile bei Produktivität, Erreichbarkeit und Zeitersparnis. Die Kehrseite: Soziale Netzwerke lenken Millennials und Generation Z stark ab. Wer ständig Facebook, X oder Instagram checkt, kommt schlechter durch die Aufgaben am Arbeitsplatz.

Untersuchungen deuten darauf hin, dass wir bis zu 25 Minuten brauchen, um eine Aufgabe wieder aufzunehmen, von der wir unterbrochen wurden. Eine Studie von CareerBuilder zeigt zusätzlich: Die drei häufigsten Ablenkungen am Arbeitsplatz sind Textnachrichten, das Internet und Gespräche unter Kolleg*innen.

„Neben dem Internet, Handys und Kolleg*innen gibt es sehr viele Reize am heutigen Arbeitsplatz. Man kann leicht erkennen, dass Angestellte abgelenkt werden.“

Rosemary Haefner, Personalleiterin bei CareerBuilder

Häufig heißt es, die Aufmerksamkeitsspanne der Gen Z sei auf 8 Sekunden gesunken. Diese Behauptung gilt inzwischen als Mythos. Andere Studien beschreiben einen sogenannten „8-Sekunden-Filter“: Demnach ist die Gen Z mit einem uneingeschränkten Zugang zu Informationen aufgewachsen und kann große Mengen an Informationen schnell filtern. Mit Inhalten, die ihr wertvoll erscheinen, geht sie engagiert und konzentriert um.

Die Herausforderung für Unternehmen liegt darin, ein Gleichgewicht zwischen Effizienz und Ablenkung durch moderne Technologien zu finden. Mitarbeiterkommunikation sollte sich nicht nur auf soziale Medien und ähnliche Werkzeuge stützen, sondern geprüfte und kuratierte Kanäle nutzen. Diese Kanäle können schnell und interaktiv sein und liefern zugleich unternehmensweit verlässliche Informationen. Mitarbeitende sollten nicht mehr als 5 bis 10 Minuten täglich brauchen, um relevante Informationen über ihren Arbeitsplatz und ihre Organisation zu erfassen.

Laut einer Studie über Generation Z in der Arbeitswelt sagen über 90 %, dass Technologie bei vergleichbaren Stellenangeboten ihre Jobwahl beeinflussen würde. 80 % geben an, dass sie gern mit moderner Technik arbeiten möchten.

Arbeitsplatztechnologien der Gen ZArbeitgeber müssen sich auf die steigenden Anforderungen von jungen Generationen im Bereich Technologie und Digitalisierung einstellen. (Quelle: The Gen Z Effect)

Für die interne Kommunikation sind Mitarbeiter-Apps und moderne Intranets ür diese Generationen die beste Wahl. Sie sind von vornherein mobil gedacht und erfüllen damit das Bedürfnis von Millennials und Gen Z, jederzeit zugreifen zu können. Außerdem schließen sie die Lücke zwischen Kolleg*innen mit und ohne Schreibtischarbeitsplatz – und das über ein Gerät, auf das die jungen Generationen nicht mehr verzichten wollen: das Smartphone.

3. Führungspositionen für Millennials und Gen Z neu denken

Ein Viertel aller Millennials im Berufsleben wird in den kommenden Jahren in leitende Positionen aufsteigen – getrieben durch den Renteneintritt der Baby Boomer und den Eintritt der Gen Z in den Arbeitsmarkt. Trotzdem fühlen sich viele Millennials schlecht auf diesen Wandel vorbereitet. Obwohl die Generation die höchsten Raten an Hochschulabschlüssen aufweist, fühlt sie sich nicht gewappnet, Konflikte zu lösen, zu verhandeln und andere zu führen.

Ein wichtiger Grund, warum Millennials und Generation Z immer weniger Lust auf Führungspositionen haben: Zeit mit Familie und Freund*innen ist ihnen oft wichtiger als eine leitende Position. Dass Führen für die meisten Überstunden, Arbeit zu Hause und ständige Beobachtung bedeutet, macht diese Positionen vor allem für die Generation Z, die Wert auf Flexibilität legt, unattraktiv.

Weil für Millennials und Gen Z nicht mehr die starre Karriereleiter zählt, sondern flexible Aufstiegsmöglichkeiten mit Freiraum, sollten Unternehmen ihre Führungsmuster überdenken. Oft sind Fachlaufbahnen für junge Menschen viel attraktiver, weil sie sich dort mit mehr Flexibilität verwirklichen können.

Eine mögliche Lösung: Millennials und Generation Z schrittweise mehr Verantwortung übergeben und Führung zunächst in einem sicheren Umfeld testen. So können sich junge Mitarbeitende über anspruchsvolle Projektarbeit beweisen und erleben, dass Mitbestimmung zu ihrem Wunsch nach sinnvoller Arbeit passt. Unternehmen können auf diese Weise auch besser erkennen, wer wirklich für eine Führungsposition geeignet ist.

Letztlich muss das klassische Führungsverständnis neu gestaltet werden, wenn junge Menschen für leitende Positionen begeistert werden sollen. Geteilte Führungspositionen, flachere Hierarchien, dezentrale Teams und agile Strukturen sind nur einige der Konzepte, Führung neu zu denken.

4. Persönlichen Kontakt nicht zu kurz kommen lassen

Nur 55 % der Beschäftigten aus allen Abteilungen und Funktionen weltweit geben ihrer Organisation gute Noten für effektive Zusammenarbeit. Eine niedrige Zahl – gerade weil Generation Z und Millennials Dialog und Feedback in der Arbeitswelt nicht nur suchen, sondern regelrecht einfordern.

„Gen-Z-Beschäftigte sehen ‚Mitarbeitende, die gern zusammenarbeiten’ als die Art von Kolleg*innen, die ihnen helfen würde, ihre beste Arbeit zu leisten – gleich neben Mitarbeitenden, die genauso hart arbeiten wie sie selbst. Unternehmen die der Arbeitgeber der Wahl sein wollen, müssen die digitale Revolution nutzen und die richtigen Technologien, Werkzeuge und Prozesse für Ihre Mitarbeiter zur Verfügung stellen.“

Jim Link, Personalleiter bei Randstad North America

Unterhaltungen und Feedback können digital stattfinden – das Gerücht aber, jüngere Generationen würden persönliche Gespräche nicht schätzen, ist falsch. Rund 4 von 10 Beschäftigten ziehen persönliche Gespräche und Teamarbeit den Meetings, E-Mails und Textnachrichten vor.

Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Bedarf an Technologie mit Möglichkeiten zur persönlichen Interaktion zu verbinden.

5. Hohe Stressbelastungen bekämpfen

Future Workplace hat analysiert, dass Stress für Millennials und Gen Z das größte Hindernis für mehr Leistung ist. 37 % der Generation Z und 39 % der Millennials fühlen sich durch Stress und Anzeichen von Burn-out in ihrer Entwicklung am Arbeitsplatz behindert.

Stress ist eine der größten Belastungen am Arbeitsplatz und verursacht jedes Jahr Schäden in Milliardenhöhe. Die Gründe: Stress führt zu Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Schwindel und Müdigkeit.

Das führt einerseits dazu, dass Angestellte weniger konzentriert und damit unproduktiver sind. Andererseits steigen Gesundheitskosten und Krankentage. 52 % aller Angestellten haben sich schon einmal wegen Stress krankgemeldet, und mehr als 80 % aller Arbeitsunfälle gehen auf stressbedingte Müdigkeit zurück.

Der wichtigste Vorteil am Arbeitsplatz ist für viele deshalb Flexibilität. 75 % der Angestellten (und 74 % der Arbeitslosen) bewerten Flexibilität als wichtigsten Vorteil. Flexible Arbeitszeiten, mehr Urlaub und längere Pausen können viel bewirken – und dein Unternehmen wird langfristig davon profitieren.

Was sollten wir alle daraus lernen?

Arbeitgeber müssen in Zukunft flexibler und offener sein, sich auf die kommenden Generationen einzulassen. Die wichtigsten Maßnahmen, um eine Arbeitsumgebung für Millennials und Gen Z vorzubereiten:

  • Zusammenarbeit: Kooperationswerkzeuge sind der Schlüssel, um das Bedürfnis von Millennials und Gen Z nach Kommunikation und Einbindung in Arbeitsabläufe zu erfüllen und ihre Leistung zu steigern.

  • Karriereförderung: Entwicklungsmöglichkeiten, die das Engagement beider Generationen und ihre Bindung an dein Unternehmen stärken, helfen, Fluktuation zu senken und die Mitarbeiterzufriedenheit zu verbessern.

  • Finanzielle Stabilität: Schaffe Anerkennung und Belohnungen, die deinen Mitarbeitenden finanzielle Sicherheit geben und langfristig auch deinem Unternehmen nützen.

  • Technologie: Integriere digitale Technologien, die die Wünsche der Generation Z nach Vernetzung und Zusammenarbeit erfüllen, die Produktivität steigern und helfen, Ablenkungen am Arbeitsplatz besser zu steuern.

  • Management-Training: Entwicklungsinitiativen und Schulungen helfen dir, Fluktuation zu vermeiden, und unterstützen deine Mitarbeitenden darin, ihr Potenzial zu entfalten. Vor allem Millennials profitieren von der Ausbildung zur Führungskraft, von Trainings sozialer Kompetenzen und vom Ausbau ihres Könnens.

  • Work-Life-Balance: Work-Life-Balance-Programme helfen jungen Generationen, Stress zu bewältigen. So steigt ihre Produktivität – und die Kosten für das Unternehmen sinken.

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