Wie die Hamburger Sparkasse mit einer Mitarbeiter-App Kulturwandel und Change-Kommunikation erfolgreich gestaltet

Case Study aus der Finanzbranche: Bei der Haspa herrscht eine klare Aufgabentrennung zwischen Intranet und Mitarbeiter-App

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Philipp Scherber, Staffbase

Philipp Scherber in Case Study

Senior Content Marketing Manager
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Das Wichtigste in Kürze: Wie gelingt Change-Kommunikation mit einer Mitarbeiter-App?

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) nutzt ihre Mitarbeiter-App Haspa2Go als zentrale Plattform, um Kulturwandel und Transformation aktiv zu gestalten. Während das Intranet als verpflichtender Informationskanal dient, ermöglicht die App freiwillige, dialogorientierte Kommunikation für alle Mitarbeitenden.

Der Erfolg zeigt sich klar in den Kennzahlen und der Nutzung:

  • 95 % Registrierungsquote

  • rund  85 % davon regelmäßig aktiv

  • hoher Anteil an Interaktionen und nutzergenerierten Inhalten

Die Mitarbeiter-App ist damit nicht nur ein zusätzlicher Kanal, sondern ein zentraler Treiber für Employee Engagement, Vernetzung und kulturellen Wandel.

Unternehmensprofil 

Die Hamburger Sparkasse (Haspa) ist mit rund 5.000 Mitarbeitenden und etwa 100 Standorten die größte Sparkasse Deutschlands. Sie betreut rund 1,5 Millionen Kund*innen in der Metropolregion Hamburg.

Als traditionsreiches Unternehmen mit fast 200 Jahren Geschichte befindet sich die Haspa in einem umfassenden Transformationsprozess. Ziel ist es, auch in Zukunft attraktiv zu bleiben – für ihre Kundschaft ebenso wie für Mitarbeitende.

Warum braucht ein Traditionsunternehmen eine Mitarbeiter-App?

Die Haspa stand vor einer Herausforderung, die viele Organisationen, nicht nur in der Bank- und Finanzbranche, kennen: Die Digitalisierung verändert intern nicht nur Prozesse, sondern auch Erwartungen an Zusammenarbeit und Kommunikation. Neue Arbeitsweisen, mehr Agilität und weniger Hierarchie erhöhen den Bedarf an schneller, zielgerichteter Kommunikation.

Das bestehende Intranet konnte diese Anforderungen nur teilweise erfüllen. Es war primär ein Informationskanal, aber kein Raum für echten Dialog oder Beteiligung. Gerade für Themen wie Kulturwandel oder bereichsübergreifende Zusammenarbeit fehlte ein geeignetes Medium.

Die Entscheidung für eine Mitarbeiter-App war daher eine strategische Antwort auf zentrale Fragen:

  • Wie erreichen wir alle Mitarbeitenden?

  • Wie machen wir Veränderung verständlich und erlebbar?

  • Wie ermöglichen wir echte Beteiligung statt reiner Information?

Was ist die Rolle einer Mitarbeiter-App im Kulturwandel?

Kulturwandel bedeutet bei der Haspa vor allem, anders zu denken und zu arbeiten: schneller, vernetzter und mit mehr Eigenverantwortung. Interne Kommunikation wird dabei als zentraler Hebel verstanden.

Die Mitarbeiter-App erfüllt in diesem Kontext mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie gibt Orientierung, macht strategische Themen verständlich und schafft Raum für Beteiligung.

Konkret unterstützt die App den Kulturwandel, indem sie:

  • Orientierung in Veränderungsprozessen bietet

  • Mitarbeitende aktiv einbindet

  • Vernetzung über Bereiche hinweg ermöglicht

  • Gemeinschaft und Identifikation stärkt

Damit wird sie zu einem Ort, an dem Transformation nicht nur kommuniziert, sondern aktiv gelebt wird.

Wie kombiniert die Haspa Intranet und Mitarbeiter-App sinnvoll?

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die klare Aufgabentrennung zwischen Intranet und Mitarbeiter-App.

Das Intranet bleibt der verpflichtende Kanal für alle Inhalte, die für den Arbeitsalltag notwendig sind. Dazu gehören insbesondere:

  • Arbeitsanweisungen

  • Personalrechtliche Infos

  • regulatorische Inhalte

  • strategische Informationen

Die Mitarbeiter-App hingegen ist bewusst als freiwilliger Kanal positioniert. Hier geht es nicht um Pflichtinformationen, sondern um Engagement, Wissenstransfer, Austausch und Kultur.

Typische Inhalte in der App sind:

  • Einblicke in den Arbeitsalltag

  • Workhacks (inkl. Mitschnitte von Vorträgen)

  • Videoformate (inkl. Erklärfilmen)

  • inspirierende Inhalte und Storytelling

Diese klare Trennung sorgt dafür, dass beide Kanäle ihre jeweilige Stärke ausspielen können – und sich nicht gegenseitig ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen.

Die Haspa nutzt die mobile Version der App, das entspricht dem heutigen Nutzerverhalten bei Social Media. Neben den mobilen Dienstgeräten ist die Mitarbeiter-App auch auf privaten Geräten nutzbar. De Registrierung wird bereits im Onboarding vereinfacht und die Inhalte sind bewusst so gestaltet, dass sie schnell konsumierbar und direkt relevant sind.

Besonders wichtig sind dabei zwei Faktoren:

  • Niedrige Einstiegshürden: einfache Registrierung, mobile Nutzung, klare Struktur

  • Konkreter Mehrwert: Inhalte, die im Alltag helfen und nicht nur informieren

Erfolgreiche Formate sind deshalb vor allem:

  • kurze Videoformate

  • How-to-Inhalte und „Workhacks“

  • praxisnahe Tipps

  • authentische Geschichten von Kolleg*innen

Welche Inhalte funktionieren in einer Mitarbeiter-App wirklich?

Das Nutzungsverhalten in der App orientiert sich stark an dem, was Mitarbeitende aus ihrem privaten digitalen Umfeld kennen. Inhalte müssen schnell erfassbar, relevant und emotional ansprechend sein.

Besonders gut funktionieren Inhalte, die:

  • einen klaren Mehrwert bieten

  • visuell und kompakt aufbereitet sind

  • emotionalen bzw. unterhaltsamen Touch haben (Infotainment)

  • authentisch und nahbar wirken

  • Interaktion ermöglichen

Weniger erfolgreich sind hingegen Inhalte, die:

  • sehr lang oder textlastig sind

  • rein top-down kommuniziert werden

  • keinen direkten Bezug zum Arbeitsalltag haben

Der Unterschied liegt darin, ob Inhalte als Pflicht oder als echter Mehrwert wahrgenommen werden.

Wie fördert eine Mitarbeiter-App echte Beteiligung?

Ein zentrales Prinzip der Haspa ist, dass Kulturwandel nur dann funktioniert, wenn Mitarbeitende aktiv eingebunden werden.

Die App schafft dafür die strukturellen Voraussetzungen. Sie ermöglicht es, dass Kommunikation nicht nur von oben nach unten verläuft, sondern in alle Richtungen.

Das zeigt sich konkret in Funktionen wie:

  • eigenen Beiträgen durch Mitarbeitende

  • offenen Kanälen für Austausch

  • geschlossenen Gruppen für gezielte Kommunikation

  • Likes und Kommentaren als Feedbackmechanismen

Dadurch entsteht eine Kommunikationskultur, die:

  • transparenter ist

  • direkter funktioniert

  • stärker von den Mitarbeitenden selbst geprägt wird

Die App wird so zur Plattform „von Mitarbeitenden für Mitarbeitende“.

Welche Rolle spielt Gamification in der Change-Kommunikation?

Ein besonders wirkungsvoller Ansatz der Haspa ist der Einsatz von Gamification im Rahmen von Veränderungsprozessen.

Beim sogenannten „Adventure Game“ wurde der Umzug in die neue Unternehmenszentrale und damit der Start in eine neue Arbeitswelt („activity based working“) spielerisch begleitet. Mitarbeitende konnten in Teams verschiedene Challenges lösen und sich aktiv einbringen.

Die wichtigsten Eckdaten zeigen die Wirkung sehr deutlich:

  • 456 Teilnehmende in 58 Teams

  • 7 Challenges über 9 Wochen

  • über 20.000 Besuche und tausende Interaktionen

  • 80 % aktive Nutzung während des Spiels

Die App diente dabei als zentrale Plattform für Aufgaben, Austausch und Abstimmungen.

Das Ergebnis: Ein abstraktes Thema wie New Work wurde konkret erlebbar – und Widerstände gegenüber Veränderungen konnten aktiv reduziert werden.

Wie misst man den Erfolg einer Mitarbeiter-App?

Der Erfolg der Haspa2Go lässt sich sowohl quantitativ als auch qualitativ messen.

Auf der quantitativen Seite zeigen die Kennzahlen:

  • sehr hohe Registrierungsquote

  • starke regelmäßige Nutzung

  • hoher Anteil an Interaktion

Ergänzt wird das durch qualitative Ergebnisse, die besonders für Change-Prozesse entscheidend sind:

  • gestiegene Zufriedenheit mit der Kommunikation

  • bessere Orientierung in Veränderungsprozessen

  • stärkere Vernetzung zwischen Bereichen

Eine Pulsbefragung im Fall des Umzugs in die neue Zentrale und damit der Start für New Work bestätigt diese Entwicklung:

  • 4,5/5 Punkte für das Ankommen im neuen Arbeitsumfeld

  • 4,42/5 Punkte für den Informationsstand

Was macht die „beste Mitarbeiter-App“ aus?

Viele Unternehmen stellen sich die Frage, was die beste Mitarbeiter-App ausmacht. Die Haspa liefert darauf eine klare, praxisnahe Antwort.

Entscheidend ist nicht die Anzahl der Funktionen, sondern der tatsächliche Nutzen im Alltag. Eine erfolgreiche Mitarbeiter-App zeichnet sich dadurch aus, dass sie:

  • echten Mehrwert bietet

  • einfach zugänglich ist

  • Beteiligung ermöglicht

  • kulturelle Themen erlebbar macht

Am Ende entscheidet nicht die Technologie über den Erfolg, sondern die Relevanz für die Mitarbeitenden.

Welche strategische Rolle spielt die Mitarbeiter-App heute?

Haspa2Go ist heute weit mehr als ein Kommunikationskanal. Sie ist ein fester Bestandteil der internen Kommunikation und der Unternehmenskultur.

Die App fungiert als:

  • zentrale Plattform für Austausch und Dialog

  • Werkzeug für Change- und Transformationsprozesse

  • Ergänzung zum Intranet mit klar definierter Rolle

Und vor allem als Ort, an dem Kommunikation bewusst persönlicher und nahbarer gestaltet wird.

Fazit: Wie gelingt nachhaltiger Kulturwandel mit digitaler Kommunikation?

Der Fall der Haspa zeigt, dass Kulturwandel nicht durch Information allein entsteht. Entscheidend ist, ob Mitarbeitende die Möglichkeit haben, sich einzubringen und Veränderung aktiv mitzugestalten.

Eine Mitarbeiter-App kann genau das leisten – wenn sie richtig eingesetzt wird. Erfolgsentscheidend sind dabei vor allem:

  • eine klare Positionierung im Kommunikationsmix

  • relevante und nutzerorientierte Inhalte

  • echte Beteiligungsmöglichkeiten

  • Formate, die Veränderung erlebbar machen

Dann wird aus einem Tool ein echter Treiber für Transformation.

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A man and woman stand together in a lush green field, smiling, with a tractor in the distance.
Case Study
 

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Person with curly hair in a warehouse aisle, wearing a Rutronik jacket, surrounded by shelves of white boxes.
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Rutronik hat mit Netronik ein globales Social Intranet auf Basis von Staffbase eingeführt. Ziel war es, Mitarbeitende weltweit – Desk- und Non-Desk – zuverlässig zu erreichen und interne Kommunikation von einer statischen Ablage zu einer interaktiven, relevanten Plattform weiterzuentwickeln. Entscheidend dafür war die enge Zusammenarbeit von HR, IT und interner Kommunikation im sogenannten „Golden Triangle“.

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