Was ist der Mehrwert eines modernen Intranets?
Warum moderne Intranets wichtiger sind als je zuvor.
Warum lohnt sich ein Intranet? Diese Frage kommt ganz natĂŒrlich vor einer ErsteinfĂŒhrung oder bei einem geplanten Relaunch eines modernen Intranets auf. Mit der Frage nach dem Mehrwert kommen zwei weitere Themen direkt mit auf den Tisch:
Was gehört in ein Intranet? â Denn Mehrwert entsteht ja direkt aus den Inhalten und AnwendungsfĂ€llen in der Plattform.
Wie kann man den Mehrwert messen? â Intranet-BefĂŒrworter laufen Gefahr, schnell sehr schwammig zu argumentieren: âWir verbessern die Vernetzung im Unternehmenâ, deshalb sollte klar sein, wie der Nutzen messbar gemacht werden kann.
Messen ist wichtig und fĂŒhrt zu Exzellenz. Diesen Zusammenhang haben wir 2020 klar in einer Benchmarking Studie mit der UniversitĂ€t Leipzig zu Inhalten in der internen Kommunikation gesehen. Danach werten exzellente Kommunikationsteams im Vergleich zu ânormalenâ Teams die Ergebnisse ihrer Arbeit systematischer aus:
Benchmarking digitale Mitarbeiterkommunikation Die Ergebnisse können hier kostenlos heruntergeladen werden.
AnwendungsfÀlle schaffen Mehrwert, der messbar ist
Dieser Ăberblick wird deshalb nicht nur den Mehrwert eines Intranets behandeln, sondern auch die AnwendungsfĂ€lle und die Messbarkeit im Detail mit besprechen. Das hilft bei der Definition der Ziele eines Intranet-Projektes und bietet auch eine sehr solide Basis fĂŒr die Auswahl eines Intranet-Software-Anbieters. Nutzen kann man auf unterschiedlichen Ebenen definieren, aber idealerweise lĂ€sst er sich mit ĂŒbergeordneten Unternehmenszielen verbinden.
Die wichtigsten Effekte auf Unternehmensebene sind grundsÀtzlich diese 3:

Jedes Intranet-Ziel sollte deshalb schlussendlich in mindestens eines dieser Unternehmensziele einzahlen.
Bei der Frage, welche AnwendungsfÀlle typischerweise in ein modernes Intranet gehören, lassen sich die folgenden 4 Gruppen unterscheiden:
Verteilung aktueller Informationen (Kommunikation)
Mitarbeiter*innen einbeziehen (Interaktion)
Strukturierte Informationen teilen (Wissen)
Praktischen Nutzen bieten (Services)
Diese AnwendungsfĂ€lle beziehen sich auf die neueste Generation von Intranets. Die mittlerweile auslaufende Generation der Social Intranets hatte daneben noch einen sehr starken Fokus auf die UnterstĂŒtzung von Zusammenarbeit und macht dafĂŒr insbesondere Abstriche beim 1. und 4. Ziel.
1. Verteilung aktueller Informationen (Kommunikation)
Die Verteilung von aktuellen Nachrichten ist schon immer eine der Hauptaufgaben eines Intranets. Allerdings waren auch immer andere Anforderungen scheinbar wichtiger, z. B. Integrationen bei Portalen und Zusammenarbeit bei Social Intranets. Diese Kompromisse haben am Ende immer der EffektivitÀt der internen Kommunikation geschadet, deshalb hat dieses Ziel in modernen Intranets höchste PrioritÀt.
Wichtig: In diesem Ziel geht es ausdrĂŒcklich nicht nur um Top-down-News der zentralen internen Unternehmenskommunikation. Das moderne VerstĂ€ndnis von Kommunikation ist nicht mehr nur ausfĂŒhrende Instanz, sondern im Sinne der Unternehmensziele handelnde Akteur*in, die befĂ€higt, motiviert, berĂ€t und Plattformen wie Intranets zur VerfĂŒgung stellt:

Noch ein spannendes Ergebnis des Internal Communications Monitor Europa: Die Mehrheit der Befragten sieht die BefÀhigung zur Kommunikation als vorrangige Aufgabe.
Beispiele:
Strategie, Vision und Wert erklÀren und mit Geschichten immer wieder ins Bewusstsein der Mitarbeiter*innen bringen
Mitarbeiter*innen helfen, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild ihres Unternehmens zu machen: mit Bildern und Videos (viele Mitarbeitende haben ihren CEO noch nie live oder in einem Video gesehen)
Zeitkritische Informationen verteilen mit Push-Nachrichten in Echtzeit
Mitarbeiter*innen einfach um Feedback bitten und dessen Umsetzung transparent kommunizieren
UnternehmensĂŒbergreifend kommunizieren
Zielgruppenspezifische KanÀle
BefĂ€higung von lokalen Einheiten zur regelmĂ€Ăigen Erstellung von Inhalten
Kombination von verpflichtenden und freiwilligen KanÀlen
UnterstĂŒtzung operativer Kommunikation (z. B. fĂŒr Mitarbeitende ohne Schreibtisch)
Individuelle Kommunikation fĂŒr bestimmte Momente (z. B. Onboarding)
Beispiel fĂŒr zeitkritische Informationen, die mit Push-Nachrichten in Echtzeit verteilt werden sollen. SpĂ€testens seit der Corona-Krise gehören âEchtzeit-KanĂ€leâ fĂŒr alle Mitarbeiter*innen ins Standardrepertoire guter interner Kommunikation.
Zahlt ein auf diese Unternehmensziele:
Risiko reduzieren: 1) Mitarbeitende verstehen besser, wie ihre Arbeit auf die Unternehmensziele einzahlt und können besser eigenstĂ€ndige Entscheidungen treffen und sind motivierter, im Unternehmen zu bleiben. 2) Im Krisenfall können viele Mitarbeiter*innen schnell und aktiv in Echtzeit benachrichtigt werden. 3) Compliance und Sicherheitsrichtlinien sind bekannt und können besser berĂŒcksichtigt werden.
Kosten einsparen: 1) Gedruckte Newsletter und Mitarbeiterzeitungen können abgelöst oder in der Auflage deutlich reduziert werden 2) Besseres Onboarding von Mitarbeiter*innen macht diese schneller produktiv und hÀlt wertvolle Mitarbeiter*innen lÀnger im Unternehmen. 3) Digitale KanÀle der internen Kommunikation lassen sich besser messen. KanÀle die nicht funktionieren, können schnell abgeschaltet werden, um Ressourcen zu sparen.
Mehr Umsatz machen: 1) Fast jedes Unternehmen befindet sich in einem oder mehreren Transformationsprozessen. Effektive Informationsverteilung erklÀrt und begleitet diesen Wandel und ermöglicht eine höhere Geschwindigkeit bei der Umsetzung, weil Mitarbeitende im Idealfall verstehen und mitziehen. 2) Best Practices können schneller im ganzen Unternehmen verteilt werden.
Wie kann man das messen?
Aufrufe der einzelnen Artikel und insgesamt in einem Kanal
Engagement: Kommentare und Likes
Beteiligung von Standorten (Wie schafft man es, Kommunikation zu dezentralisieren?)
Mitarbeiterumfrage (Wie gut fĂŒhlst du dich informiert? Wie gut ist das StrategieverstĂ€ndnis?)
Anzahl SicherheitsvorfÀlle oder ArbeitsunfÀlle
Umfrage: Kenntnis und VerstĂ€ndnis von groĂen Transformationsvorhaben
2. Mitarbeiter*innen einbeziehen (Interaktion)
Dieses Ziel hat zwei grundsÀtzliche Richtungen. Auf der einen Seite geht es um Feedback der Mitarbeiter*innen, damit die Organisation besser und schneller lernen kann. Auf der anderen Seite erzeugt die Möglichkeit, sich auf allen Ebenen einzubringen und tatsÀchlich gehört zu werden, auch engagierte Mitarbeiter*innen. Zu diesem Bereich gehören auch Communities oder andere AktivitÀten, die Vernetzung, Austausch und gemeinsame Erlebnisse fördern.
Beispiele:
Unstrukturiertes Feedback zu bereitgestellten Informationen wie Kommentare und Likes
Fragen an das Management (öffentlich oder anonym)
Strukturiertes Feedback ĂŒber Mitarbeiterumfragen
Digitale UnterstĂŒtzung von Mitarbeiterevents (Live-Umfrage, Abstimmung, Fragen)
Thematisch ĂŒbergreifende Communities
Social Wall oder Schwarzes Brett
Gewinnspiele oder Wettbewerbe
Ideen einsammeln (Vorschlagswesen)
Zahlt ein auf diese Unternehmensziele:
Risiko reduzieren: 1) Höhere Transparenz ĂŒber Herausforderungen und Probleme, insbesondere in Kernleistungsbereichen (z. B. aus dem direkten Kundenkontakt), die sonst weiter entfernt von den Top-Entscheidern sind. 2) WertschĂ€tzung und feste soziale Einbindung erhöhen die Mitarbeiterbindung deutlich.
Kosten sparen: 1) Erfolgreich umgesetzte MitarbeitervorschlĂ€ge fĂŒhren entweder zu Kosteneinsparungen oder zu mehr Umsatz.
Mehr Umsatz machen: 1) Es sind bessere Entscheidungen möglich, da mehr relevante und breitere Informationen und Details aus dem Unternehmen vorliegen. 2) Best Practices können dezentral ĂŒber Communities im Unternehmen verteilt werden.
Wie kann man das messen?
Engagement: Kommentare und Likes
Beteiligungsquoten an den Umfragen
Mitarbeiterumfrage (Hast du das GefĂŒhl, deine Meinung ist wichtig?)
Beteiligungsrate (Gewinnspiele, Events, âŠ)
Anzahl eingereichter und umgesetzter MitarbeitervorschlÀge
3. Strukturierte Informationen teilen (Wissen)
Im Unterschied zur Kommunikation geht es bei diesem Ziel um Wissen und Informationen, die lĂ€ngerfristig gĂŒltig sind und deshalb strukturiert und einfach auffindbar sein sollten. Inhalte sollten freigegeben und valide sein, ArbeitsstĂ€nde oder Diskussionen dazu gehören in TeamrĂ€ume der Kollaborationsplattformen. Basisidee: Immer wenn ein Inhalt fĂŒr möglichst viele Mitarbeiter*innen relevant ist, dann lohnt sich der Aufwand, ihn gut aufzubereiten und einfach auffindbar zu machen.
Beispiele:
NotfallablÀufe und Ansprechpartner
Seiten zu hÀufig nachgefragten Themen (z. B. Personal, Standortinformationen)
Seiten zu wichtigen Kampagnen, Projekten und Events
Informationen zum Produkt- und Serviceangebot
Wichtige Vorlagen und Dokumente einheitlich zur VerfĂŒgung stellen
Antworten auf hÀufig gestellte Fragen
Checklisten
Lerninhalte (Kurse, kurze Videos, Quiz)
Zahlt ein auf diese Unternehmensziele:
Risiko reduzieren: 1) Prozesse und Verantwortlichkeiten in Krisensituationen sind allen Mitarbeiter*innen bekannt und einfach zugĂ€nglich. 2) Sicherheitsrelevantes Basiswissen kann einfacher und regelmĂ€Ăig vermittelt werden.
Kosten einsparen: 1) Weniger Aufwand fĂŒr z. B. Personalbereiche bei der Beantwortung von hĂ€ufig wiederkehrenden Mitarbeiterfragen
Mehr Umsatz machen: 1) Informationen zu Produkten, Kampagnen und aktuellen Ănderungen sind breiter und schneller im ganzen Unternehmen verfĂŒgbar.
Wie kann man das messen?
Seitenaufrufe der Themenseiten
Anzahl SicherheitsvorfÀlle oder ArbeitsunfÀlle (zu deren Vermeidung es Lerninhalte gibt)
Anzahl der Anfragen von Mitarbeiter*innen fĂŒr Servicebereiche (diese sollten sich reduzieren)
4. Praktischen Nutzen bieten (Services)
Der Ăbergang zwischen dem dritten Ziel, âWissen teilenâ und diesem Ziel ist flieĂend, denn eine Vorlage oder eine Antwort auf eine hĂ€ufig gestellte Frage bietet ja auch praktischen Nutzen. Der Wissensteil ist jedoch vor allem von Themen geprĂ€gt, die dem Unternehmen wichtig sind und die gut vermittelt werden sollen. Der Fokus des praktischen Nutzens besteht vor allem in Services rund um den individuellen tĂ€glichen Arbeitsablauf, die insbesondere aus Mitarbeitersicht hilfreich sind.
Denn:
Je wertvoller fĂŒr Mitarbeitende, desto höher wird auch die Bereitschaft sein, ein Intranet freiwillig zu nutzen.
Gerade bei der Nutzung (mobiler) privater GerĂ€te wird das 4. Ziel damit sehr wichtig fĂŒr den Gesamterfolg des Intranets.
Intranet-Startseite mit Direktlinks zu wichtigen Services.
Beispiele:
Telefonbuch
Schichtplan
Speiseplan
Dashboard fĂŒr Status der individuellen Zielerreichung
Mitarbeiterangebote und Rabatte
Urlaub beantragen und Status einsehen
Zeitfomulare
Lohnabrechnung
Parkhausbelegung
Mitfahrgelegenheiten
Reisebuchung und Reisekostenabrechnung
Zahlt ein auf diese Unternehmensziele:
Wichtigstes Ziel hier insgesamt: Aktive Nutzung des Intranets durch Mitarbeitende erhöhen, um die Erreichung der anderen Ziele zu unterstĂŒtzen.
Kosten einsparen: 1) Weniger Aufwand fĂŒr z. B. Personalbereiche bei der Abwicklung von Mitarbeiterservices (Urlaube, Zeitformulare, etc.).
Wie kann man das messen?
Anzahl angemeldeter Mitarbeiter*innen
Anteil aktiver Nutzer (tÀglich, wöchentlich, monatlich)
Nutzungsanteil der digitalen Services im Vergleich zu evtl. weiter bestehenden analogen AblÀufen